Auf Italiens historischen Fernwegen hält digitale Technik Einzug: Entlang von fünf bekannten Routen sind 60 intelligente Beschilderungsanlagen installiert worden, die mit der App Italia.it kommunizieren. Betroffen sind die Via Francigena, der Franziskusweg, der Benediktweg, die Romea Strata und die Via Romea Germanica. Wer mit aktivierter App unterwegs ist, erhält per Push-Mitteilung Hinweise zu Etappen, Sehenswürdigkeiten und Angeboten in der Umgebung.
Das System soll die Orientierung auf den Wegen erleichtern, ohne die klassische Wandererfahrung zu verdrängen, heißt es. Die Anlagen arbeiten mit Bluetooth-Low-Energy-Beacons, also stromsparenden Kurzstreckensendern. Nähert sich ein Smartphone mit installierter App, erkennt das System den Standort und liefert passende Informationen. „Die Erfahrung aktiviert sich von selbst, am richtigen Ort“, heißt es in der Projektbeschreibung. Zusätzlich stellen die Stationen kostenloses Wlan bereit – das ist vor allem auf abgelegenen Abschnitten mit schwacher Mobilfunkabdeckung ein praktischer Zusatz.
Karten, Klöster, kaum bekannte Orte
Über die App lassen sich laut Projektträger geolokalisierte Karten, technische Angaben zu einzelnen Etappen sowie Hinweise zu Verpflegungspunkten abrufen. Hinzu kommen mehr als 1.000 Infoblätter zu Kirchen, Denkmälern, Naturräumen und anderen markanten Orten entlang der Strecken. Auch Bilder, vertiefende Texte und Erzählformate zu wichtigen Stationen sind eingebunden.
Auffällig ist dabei der kulturpolitische Anspruch des Vorhabens: Mehr als 40 Prozent der in der App hervorgehobenen Orte gehören demnach zu Sehenswürdigkeiten, die international bislang wenig bekannt sind. Das digitale Netz ist Teil des Projekts „Antichi Cammini d’Italia“ und wird im Rahmen des italienischen Wiederaufbauplans mit Mitteln der Europäischen Union aus „Next Generation EU“ finanziert.



