Fußball-WM lenkt Aufmerksamkeit auf neue Reiseziele

Nun ist sie also vorbei, die größte Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten. Und abgesehen von Einreiseverboten, der Rücknahme der Roten Karte für US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Boss Gianni Infantino, Trumps taktlosem Sich-aufs-Siegerfoto-Schmuggeln und den schlechten Verlierern aus Argentinien war das Turnier doch ziemlich unterhaltsam.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ist nach gut fünf Wochen und insgesamt 104 Spielen zu Ende gegangen. Das Turnier mit 48 teilnehmenden Nationen – darunter zahlreiche WM-Neulinge – hat nicht nur sportlich für Aufmerksamkeit gesorgt, sondern auch eine Reihe touristisch interessanter Destinationen in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit gerückt.


Unter den teilnehmenden Ländern befinden sich etliche, die für den europäischen Reisevertrieb bislang eine untergeordnete Rolle spielen, jedoch mit ungewöhnlichen kulturellen Angeboten aufwarten. Kap Verde etwa, wo die verstorbene Sängerin Cesária Évora als „Barfüßige Diva“ einen ähnlichen Bekanntheitsgrad genießt wie der während des Turniers populär gewordene Nationaltorhüter Vozinha. In Saudi-Arabien wird jährlich beim Kamel-Festival das schönste Kamel prämiert – Schönheitseingriffe wie Botox sind dabei untersagt. Usbekistans Nationalgericht Plow, das in großen Kesseln für Tausende Menschen zubereitet wird, zählt zum Unesco-Kulturerbe.

Kulturelle Besonderheiten als touristische Anziehungspunkte

Auch etabliertere Reiseziele überraschen mit weniger bekannten Attraktionen. In Tschechien etwa zieht das Beinhaus von Sedlec mit kunstvoll arrangierten menschlichen Knochen Besucher an. Portugal verzeichnet mit den Riesenwellen von Nazaré wachsendes Interesse bei Surf-Touristen – die Wellen dort zählen zu den höchsten surfbaren der Welt. In Bosnien und Herzegowina gehört der traditionelle Brückensprung von der Alten Brücke in Mostar seit Jahrhunderten zum kulturellen Erbe und zieht jährlich zahlreiche Reisende an.

Weitere Teilnehmerländer bieten ebenfalls ungewöhnliche Erlebnisse: In der Elfenbeinküste werden neben dem Präsidentenpalast heilige Nilkrokodile täglich öffentlich gefüttert. Jordaniens König Abdullah II. sorgte als bekennender „Star Trek“-Fan mit einem Gastauftritt in der Serie für internationale Aufmerksamkeit. Die WM mit ihrem erweiterten Teilnehmerfeld dürfte damit für einige der vertretenen Destinationen einen messbaren Schub bei der internationalen Bekanntheit gebracht haben.

Die Artikel zu den verschiedenen WM-Teilnehmern finden Sie gebündelt in unserer Rubrik „WM-Serie“.

i

Fifa-Fußball-WM 2030

Im Jahr 2030 feiert die Fußball-Weltmeisterschaft ihr 100. Jubiläum. Und die Fifa legt nach. Fand die diesjährige WM in drei Ländern statt, so wird das Jubiläums-Turnier in sechs Ländern auf drei Kontinenten ausgetragen: in Argentinien, Uruguay, Paraguay, Marokko sowie Portugal und Spanien.

Dabei werden jedoch lediglich die drei Auftaktspiele des Turniers vom 8. Juni bis zum 21. Juli in den südamerikanischen Ländern stattfinden. Das Eröffnungsspiel soll voraussichtlich am 8. Juni in Montevideo in Uruguay stattfinden – aus einem besonderen Grund: Dort fand 1930 die erste Weltmeisterschaftspartie überhaupt statt. Und Uruguay war damals nicht nur Gastgeber des Turniers, es gewann auch den ersten Titel der Geschichte.

Weitere Informationen unter: www.fifa.com/de/