Wer eine Unterkunft über Airbnb bucht, achtet oft auf Bewertungen, verifizierte Profile und einen langen Buchungsverlauf. Genau dieses Vertrauen machen sich Cyberkriminelle offenbar zunehmend zunutze.
Laut einer Untersuchung der Reise-E-SIM-App Saily und der Plattform Nordstellar haben sich Betrugsaktivitäten rund um Airbnb seit dem ersten Halbjahr 2023 um das 30-Fache erhöht.

Neu ist dabei vor allem die Methode, heißt es in der Untersuchung. Statt nur auf plumpe Fake-Websites oder neu angelegte Profile zu setzen, kapern Betrüger nach Angaben der Experten immer häufiger verifizierte Gastgeber-Konten. Das macht die Masche schwerer zu erkennen: Inserate wirken glaubwürdig, weil sie mit echter Historie, Identitätsprüfung und positiven Bewertungen auftreten.
Wenn Vertrauen zur Schwachstelle wird
Matas Cenys, Head of Product bei Saily: „Reisende werden immer besser darin, offensichtliche Betrugsversuche zu durchschauen. Das wissen auch die Kriminellen – deshalb versuchen sie zunehmend, vertrauenswürdige Konten zu übernehmen, anstatt mühsam gefälschte aufzubauen.“ Aus Sicht der Urlauber sehe ein solches Angebot oft vollkommen echt aus – bis sie am Reiseziel ankommen und feststellen, dass die Unterkunft nie existiert hat.
Die Untersuchung stützt sich auf Daten aus Dark-Web-Foren und Telegram-Kanälen von Januar 2023 bis Mai 2026. Die Autoren weisen allerdings selbst darauf hin, dass die absoluten Zahlen nur als Richtwert zu verstehen sind, weil manche Kanäle massenhaft Spam mit Schlagworten wie „Hotel“ oder „Airbnb“ verbreiten.
Reisenden raten die Experten deshalb, Kommunikation und Zahlungen ausschließlich über die offizielle Plattform abzuwickeln, bei auffallend günstigen Angeboten misstrauisch zu werden und Unterkunftsfotos per Bildersuche zu prüfen.
Stellungnahme von Airbnb
Zu der Untersuchung der Reise-E-SIM-App Saily und der Plattform Nordstellar nimmt Maike Fuest, Communications DACH & CEE von Airbnb wie folgt Stellung:
Der Artikel zum „Airbnb-Betrug steigt laut Untersuchungen“ enthält eine Reihe irreführender Behauptungen, die auf unbestätigten und unbewiesenen Daten beruhen.
Wie in der von Ihnen geteilten Pressemitteilung von Saily erwähnt, sind die im Rahmen dieser „Studie“ gesammelten Daten völlig ungenau, da Betrüger, die im Dark Web oder auf Kanälen wie Telegram aktiv sind, täglich Dutzende von Spam-Anzeigen veröffentlichen, in denen sie den Begriff „Airbnb“ fälschlicherweise als Sammelbegriff für Kurzzeitvermietungen verwenden.
Beiträge, die vorgeben, für „Airbnb“-Konten zu werben, haben nichts mit Airbnb zu tun. Auch wenn die beworbenen Konten als „Airbnb“-Konten bezeichnet werden, gibt es keine Hinweise darauf, dass sie mit tatsächlichen Airbnb-Konten in Verbindung stehen, die auf der Plattform genutzt werden. Es ist daher irreführend, zu suggerieren, dass dies der Fall sei oder dass Betrugsplattformen genaue Daten zur Anzahl der Vorfälle im Zusammenhang mit diesem Thema liefern.
Airbnb nimmt die Kontosicherheit ernst und verfügt über eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, um Nutzerkonten zu schützen und den Nutzern dabei zu helfen, ihre Konten sicher zu halten. Wir ergreifen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Nutzer auf ein Konto zugreifen und es nutzen können. Dazu gehört unter anderem, dass Nutzer zusätzliche Schritte durchführen müssen, wenn sie sich von einem neuen Gerät oder Standort aus anmelden, sensible Einstellungen ändern oder Buchungen vornehmen. Außerdem informieren wir Nutzer darüber, welche Maßnahmen sie selbst zur Kontosicherheit ergreifen können und was zu tun ist, wenn sie Bedenken hinsichtlich potenzieller unbefugter Aktivitäten auf ihrem Konto haben.
Wir verfügen über interne Sicherheits- und Betrugsbekämpfungsteams, die proaktiv daran arbeiten, potenziell verdächtige Aktivitäten auf der Plattform zu identifizieren, und Systeme entwickeln und weiterentwickeln, die verhindern sollen, dass böswillige Akteure Airbnb missbrauchen. Sollten Sie weitere Daten haben, die die in der Saily-Pressemitteilung oder Ihrem Artikel gemachten Behauptungen untermauern und die Sie uns zur Verfügung stellen möchten, würden wir diese gerne prüfen. Bitte stellen Sie in Ihrem Artikel außerdem klar, dass diese Konten zwar als „Airbnb“-Konten beworben werden, es jedoch keinen Grund gibt anzunehmen, dass sie mit verifizierten Airbnb-Konten auf der Plattform in Verbindung stehen – vielmehr gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen Betrug handelt.
Tipp von touristik aktuell
Die viel sicherere Alternative als Rat der touristik-aktuell-Redaktion: Ferienwohnungen und Hotels, die von einem Reisebüro vermittelt über touristische Anbieter gebucht wird. Interhome-Chef sieht sein Unternehmen dabei „als besser als Airbnb“.



