WM-Serie: Kanada und das Eisbären-Gefängnis

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Grafik mit einem Fußball auf einem hellblauen Hintergrund, umgeben von Linien, die ein Spielfeld darstellen, und der Zahl drei.

Kanada ist in diesem Sommer Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft – und spielt am 4. Juli um 19 Uhr im Achtelfinale gegen die spielstarken Marokkaner. Sportlich haben sich die Kanadier in den vergangenen Jahren deutlich entwickelt. Zwar verlor die Mannschaft bei der WM 2022 alle drei Gruppenspiele, feierte nach 36 Jahren aber immerhin ihre Rückkehr auf die größte Fußballbühne. 2023 erreichte Kanada zudem erstmals das Finale der CONCACAF Nations League, unterlag dort allerdings den USA, die bei dieser WM schon im Achtelfinale sind.

Wer Kanada nur mit Eishockey und Ahornsirup verbindet, verpasst einige der kuriosesten Geschichten Nordamerikas. Denn hier beantwortet die Post Briefe an den Weihnachtsmann, und in einem kleinen Ort an der Hudson Bay gibt es sogar ein Gefängnis für Eisbären.

Kanada ist nach Russland das zweitgrößte Land der Erde und erstreckt sich über fast zehn Millionen Quadratkilometer sowie sechs Zeitzonen. Zu den touristischen Höhepunkten zählen die Niagarafälle, die Nationalparks Banff und Jasper in den Rocky Mountains sowie die Metropolen Vancouver, Toronto, Montreal und Quebec City.

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Eine lächelnde Flugbegleiterin in roter Uniform steht vor einem Freebird-Logo und präsentiert ein Buchungsangebot für Flüge.

Die meisten der rund 41 Millionen Einwohner leben im Süden des Landes – oft nur wenige Autostunden von der Grenze zu den USA entfernt. Der Norden dagegen gehört zu den letzten großen Wildnisgebieten der Erde und ist vielerorts nur per Flugzeug, Schiff oder Bahn erreichbar.

Briefe an den Weihnachtsmann? Bitte nach Kanada!

Wer dem Weihnachtsmann einen Brief schreiben möchte, kann das tatsächlich tun – und bekommt mit etwas Glück sogar eine Antwort. Seit Anfang der 1980er-Jahre beantwortet Canada Post Wunschzettel aus aller Welt. Tausende Freiwillige helfen jedes Jahr dabei und verfassen Antworten in zahlreichen Sprachen, darunter auch Deutsch. Die Adresse ist ebenso einfach wie ungewöhnlich:

Santa Claus
North Pole
H0H 0H0
Canada

Die Postleitzahl ist kein Zufall. „H0H 0H0“ spielt auf das berühmte „Ho, ho, ho!“ des Weihnachtsmanns an und gehört inzwischen zu den bekanntesten Postleitzahlen Kanadas.

Eisbären hinter Gittern

Rund 1.000 Menschen leben in Churchill an der Hudson Bay – und fast ebenso berühmt wie der kleine Ort sind seine tierischen Besucher. Jeden Herbst ziehen zahlreiche Eisbären an der Küste vorbei und warten darauf, dass die Hudson Bay zufriert. Erst dann können sie aufs Meereis hinaus, um Robben zu jagen.

Für Besucher gehört die Eisbärenbeobachtung zu den spektakulärsten Naturerlebnissen Nordamerikas. Spezielle Tundra-Fahrzeuge ermöglichen es, die Tiere aus sicherer Entfernung zu beobachten. Gleichzeitig gelten in Churchill strenge Sicherheitsregeln – Haustüren bleiben vielerorts unverschlossen, damit sich Menschen im Notfall schnell vor einem Eisbären in Sicherheit bringen können.

Besonders neugierige oder wiederholt in den Ort eindringende Tiere landen sogar vorübergehend im sogenannten Polar Bear Jail. Offiziell heißt die Einrichtung Polar Bear Holding Facility. Dort werden die Eisbären festgehalten, bis die Hudson Bay zugefroren ist oder sie weit genug entfernt wieder ausgewildert werden können. Das ungewöhnliche Konzept wurde Anfang der 1980er-Jahre eingeführt, um Menschen und Tiere gleichermaßen zu schützen – früher wurden auffällige Eisbären häufig getötet. 

Wer sich auf den Weg nach Churchill macht, entscheidet sich häufig für eine ganz besondere Anreise. Zweimal pro Woche verbindet ein VIA-Rail-Zug Winnipeg mit dem kleinen Ort an der Hudson Bay. Rund zwei Tage dauert die Fahrt durch Wälder, Sümpfe und die Tundra des kanadischen Nordens – und gilt unter Eisenbahnfreunden längst als eines der großen Bahnabenteuer Nordamerikas.