Hotellerie wird nachhaltiger, aber die Labels sind unübersichtlich

Die Zahl der Nachhaltigkeitszertifikate ist schier unüberschaubar. Das Portal Fairweg.de will für Transparenz sorgen. Foto: MangoStarStudio/iStockphoto
Die Zahl der Nachhaltigkeitszertifikate ist schier unüberschaubar. Das Portal Fairweg.de will für Transparenz sorgen. Foto: MangoStarStudio/iStockphoto

Urlaub ohne Einwegplastik, Projekte gegen Lebensmittelverschwendung in Hotels, Initiativen für soziales Engagement und klimafreundliche Konzepte: In der Hotelbranche tut sich derzeit Vieles zum Thema Nachhaltigkeit. Und manches wird dabei von Grund auf neu konzipiert und gestaltet.

Dazu gehören unter anderem neu gebildete Ketten wie die „Change Maker Hotels“. Hinter dem Label agieren seit zwei Jahren 44 Hotels in Deutschland, Österreich und Südtirol, die aus ihrer Sicht besonders ressourcenschonend, klimafreundlich und sozial verträglich agieren.

Darüber hinaus lassen sich immer mehr Hotelketten in Bezug auf ihr Engagement beim Thema Nachhaltigkeit zertifzieren. Leider wird es bei diesem Thema jedoch schnell unübersichtlich: Allein in Deutschland gibt es rund 60 verschiedene Zertifikate mit äußerst unterschiedlichen Kriterien.

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Fairweg will für besseren Überblick sorgen

Für Reisebüros gibt es seit kurzem eine interessante Alternative: das Portal Fairweg.de. Entwickelt wurde es von Reisebüro-Inhaber Ralf Hieke und dem Touristikprofi Mark Schumacher.

Die jüngste Aktualisierung: Das bisherige Fünf-Punkte-System wurde durch ein 100-Punkte-System ersetzt. Den Fairweg-Score erhalten damit nur noch Unterkünfte, die einen Wert von mindestens 75 Punkten erreichen. Die Einordnung in die Stufen Starter, Bronze, Silber, Gold und Platin bleibt erhalten.

Reisebüros begegnen dem Fairweg-Score bei Buchungen von Hotels und Pauschalreisen über Ameropa und Olimar: Bei ihnen wird er direkt im Buchungssystem angezeigt.

Stayfair-Button in Bistro

Darüber hinaus basiert der Stayfair-Button in Bistro auf den Daten von Fairweg. Allerdings nutzt das Amadeus-Tool nicht den Score, sondern lediglich die Daten von Fairweg. Reisebüros können damit aber immerhin erkennen, ob eine Unterkunft zertifiziert ist.

Der Stayfair-Button löste im Sommer 2023 das Grüne Blatt in Bistro ab. Dieses basierte auf dem Zertifikat des Green Travel Index. Der Anbieter ist einer von rund 60 Zertifikatgebern, die sich allein in Deutschland auf die Hotelbranche gestürzt haben. Das Problem: Die Standards und Anforderungen der einzelnen Zertifikatgeber sind äußerst unterschiedlich.

Der Anspruch von Fairweg war für Amadeus offenbar hoch genug: Das Portal sei ideal, um das Thema Nachhaltigkeit „weiter auszubauen“, hieß es damals von dem IT-Anbieter.

Mehr zum Thema „Nachhaltiges Reisen“ lesen Sie im gleichnamigen Schwerpunkt in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 11/2024). Sie ist neben dem gedruckten Heft auch als E-Paper erhältlich.

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