Oman baut Luxustourismus aus

Das Sultanat Oman erweitert sein touristisches Angebot deutlich: Acht neue Projekte entstehen im Luxus-Segment bis 2028. Die Bandbreite reicht von Strandhotels internationaler Marken über Wellness-Konzepte bis hin zu naturnahen Lodges in Bergen und Wüste. Damit positioniert sich das Land weiter als ruhigere Alternative zu den urbanen Golfstaaten und setzt beim Tourismus auf landschaftliche Vielfalt statt auf Skylines und künstliche Inseln.

In der Region Jabal Shams entsteht bis voraussichtlich 2027 mit der sri-lankischen Marke Santani das Santani Wellness Resort mit 182 Zimmern. Der Fokus liegt auf Programmen zu Detox, Yoga, Stress- und Gewichts-Management, wobei Nachhaltigkeit und naturnahe Architektur ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Auf dem Jabal Akhdar, in über 2.000 Metern Höhe, baut die Gruppe Envi Lodges mit dem Envi Al Jabal Al Akhdar ihr erstes Oman-Projekt: 30 Glamping-Zelte mit Blick auf das Hajar-Gebirge, ergänzt durch ein Farm-to-Table-Restaurant mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sowie Fokus auf Umwelt- und Naturschutz.

Luxuriöse Villen am Ufer eines ruhigen Gewässers, umgeben von Palmen und einem beeindruckenden Bergpanorama im Hintergrund.
Die Villen des neuen Anantara Resort bei Muscat. Foto: Anantara Resort

Küste, Klippen und internationale Marken

An der Küste bei Muscat entsteht bis 2027 das Anantara Bandar Al Khairan Resort mit 121 Unterkünften – Zimmer, Chalets und Villen – mit Blick auf den Golf von Oman, teilweise mit privaten Pools. Exklusiver wird es auf der Musandam-Halbinsel: 2028 soll dort das Resort Alie Nivas eröffnen, das über 30 Klippenvillen in einer privaten Lagune bietet, die nur per Wasserflugzeug oder Helikopter erreichbar sind. Das Projekt strebt zudem die Nachhaltigkeitszertifizierung Leed an.

Auch etablierte Marken bauen aus: Am Al-Bustan-Strand in Muscat entwickelt die staatliche Omran Group ein Four Seasons Resort mit 200 Zimmern, 100 Villen, mehreren Restaurants und einer eigenen Marina. In der Yiti Bay hält mit dem Nikki Beach Resort & Spa Muscat erstmals eine Beach-Club-Marke Einzug in Oman: 140 Zimmer und Suiten sowie 30 Villen mit privaten Pools, ergänzt durch einen Beach Club, Restaurants, Spa- und Fitnessbereiche sowie eine Marina.

Luxuriöse Unterkünfte in der Wüste, umgeben von sanften Sanddünen und vereinzelten Bäumen, bei Sonnenuntergang mit einem klaren Himmel.
Die Malkai Sharqiyah Pavilions in der Wüste. Foto: The Malkai

Am Fuß des Jabal Bausher, nahe Muscat, plant Chedi Hospitality mit The Chedi Wadi Bausher ein vertikales Berghotel, das sich architektonisch an der natürlichen Topografie und den unterschiedlichen Höhenlagen des Geländes orientiert – mit terrassenförmig angelegten Ebenen für Hotel, Residenzen und weitere Angebote.

Eine Reise durch drei Regionen

Ein anderes Konzept verfolgt The Malkai Oman, dessen Start bereits für Ende dieses Jahres geplant ist. Statt eines klassischen Resorts erwartet Gäste eine kuratierte siebentägige Reise mit drei Unterkünften in unterschiedlichen Regionen – von den Dattelplantagen nahe Muscat über das Hajar-Gebirge bis in die Wüstenlandschaften der A’Sharqiya Sands.

Die Projekte fügen sich in eine bekannte Strategie: Oman will sich als Ziel für Reisende positionieren, die Wert auf Authentizität, Ruhe und Natur legen – als Gegenpol zu den dichter bebauten Destinationen der Golfregion. Die geografischen Voraussetzungen dafür bringt das Land mit: Der über 3.000 Kilometer lange Küstenstreifen und das Hajar-Gebirge, dessen höchster Gipfel Jabal Shams mit 3.165 Metern der höchste Berg der Arabischen Halbinsel ist, bieten reichlich Fläche für die neuen Projekte.