
TUI Cruises hat die ab 1. September geltenden Vertriebskonditionen vorgestellt. Während das Provisionsmodell von Hapag-Lloyd Cruises unverändert bleibt, gibt es bei der Marke Mein Schiff Anpassungen – auch rückwirkend für das laufende Touristikjahr.
Das stand im Frühjahr unter dem Eindruck des Iran-Kriegs. Der Ausfall der Mein Schiff 4 und 5 von März bis Mitte Mai durch die Sperrung der Straße von Hormus bedeutete laut TUI-Quartalsbericht zweistellige Millionenverluste. Vertriebspartnern gingen Umsätze und Provisionen verloren. Dies berücksichtigt TUI Cruises nun bei der Jahresabrechnung. „Wir werden die Umsatzstufen für 2026 nachträglich anpassen um die Kapazitäten, die wir nicht fahren konnten“, kündigte Clas Eckholt, Vice President Commercial, in einem Pressegespräch ein „faires Vorgehen“ an.
Für 2027 steigen die Kapazitäten durch die erste ganzjährige Saison der in diesem Sommer in Dienst gestellten Mein Schiff Flow um über zehn Prozent. Dementsprechend werden die Umsatzgrenzen im neuen „leistungsbezogenen“ Provisionsmodell – gültig für Neubuchungen ab 1. September 2026 mit Abreise zwischen 1. Januar 2027 und 31. Dezember 2028 – ab der zweiten Stufe um zehn Prozent angehoben.
Einstiegsprovision bleibt unverändert
Die Einstiegsstufe bleibt im vierten Jahr in Folge unverändert bei 50.000 Euro und damit laut Reederei auch für kleinere und neue Vertriebspartner erreichbar. Die Gruppenkonditionen und die Stornoprovision von fünf Prozent bleiben ebenfalls bestehen.
Die Einstiegsprovision beziffert Sandra Pfützenreuter, Head of Sales DACH & Trade Marketing für die Marke Mein Schiff bei TUI Cruises, mit elf Prozent. Allerdings unter Einberechnung der zwei Prozent bei Buchung zum Pro-Tarif und des einprozentigen Neukundenbonus. Dieser wird weiterhin monatlich ausgezahlt.
Das neue Provisionsmodell ist erstmals nicht nur auf ein, sondern auf zwei Jahre ausgelegt. Damit gebe man Partnern Planungssicherheit für 2027 und 2028, heißt es aus Hamburg. Die längere Laufzeit dürfte auch damit zusammenhängen, dass die nächsten zwei Schiffe der Intuition-Klasse erst 2031 und 2032 in Dienst und somit kaum vor 2029 in den Verkauf gehen.
Hapag-Lloyd Cruises hält am hohen Neukundenbonus fest
Die Konditionen von Hapag-Lloyd Cruises gelten unverändert für ein weiteres Jahr, konkret für Neubuchungen ab dem 1. September 2026 mit Abreisen zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2027. Zentraler Baustein bleibt auch hier der Neukundenbonus von vier Prozent, der auf die Grundvergütung zwischen acht und elf Prozent aufsetzt.
Mit möglichen zwölf Prozent Einstiegsprovision will die Luxusmarke laut Lina Kruse, Head of Sales Dach bei Hapag-Lloyd Cruises, neue Agenturen aktivieren. Flankierend investiere man auch in deren Schulung. Für umsatzstarke Partner sind in der Spitze 15 Prozent möglich.
Die aktuelle Buchungslage sowohl bei Hapag-Lloyd Cruises als auch bei der Marke Mein Schiff bezeichnet Clas Eckholt als sehr gut und verweist auf „höhere Auslastung und höhere Durchschnittspreise“. Dies gelte nicht nur für die laufende Saison, sondern auch mit Blick auf die Vorausbuchungen für die Jahre 2027 und 2028.
Frühbucherkampagnen sollen Verkauf forcieren

Damit sich dieser positive Trend fortsetzt, startet TUI Cruises mit Inkrafttreten der Provisionsmodelle am 1. September jeweils eine Markenkampagne zu den Frühbucherfristen von Hapag-Lloyd Cruises (31. Oktober) und Mein Schiff (30. September). Dafür investiert das Unternehmen laut Eckholt „mehr Geld denn je für eine Wave-Kampagne“. Das Gesamtbudget liege im „mittleren bis oberen einstelligen Millionenbereich“.
Das dürfte sich auszahlen. Denn die Bewerbung von auslaufenden Frühbuchervorteilen sei „ein Schlüsselelement unseres Vertriebserfolgs“, sagt der Vice President Commercial und führt aus: „Frühbuchung ist für uns weit mehr als ein Preisargument: Sie schafft Verlässlichkeit für unsere Gäste, unsere Vertriebspartner und für uns als Reederei. Gemeinsam ist es uns gelungen, Buchungsentscheidungen deutlich nach vorn zu verlagern und damit die Abhängigkeit vom Last-Minute-Geschäft zu reduzieren. Diesen erfolgreichen Weg unterstützen wir jetzt mit unserer bislang größten Kampagneninvestition.“
Wettbewerber Aida Cruises hatte sein Provisionsmodell für das neue Jahr bereits Anfang Juli vorgestellt. Der Marktführer hält seine Konditionen im fünften Jahr in Folge stabil.



