TUI: Durchwachsenes Quartal, aber Buchungen ziehen an

Ein silbernes Hinweisschild mit dem roten TUI-Logo und der Aufschrift TUI Campus sowie Haupteingang vor einem modernen Bürogebäude bei blauem Himmel.
Obwohl die Buchungen in den vergangenen vier Wochen deutlich angezogen haben, bleibt das Ergebnis nach neun Monaten hinter dem Vorjahr zurück. Foto: TUI

Geopolitische Krisen und kurzfristigeres Buchungsverhalten prägen das laufende TUI-Geschäftsjahr. Dennoch hält der Konzern an seiner Ebit-Prognose fest – und meldet eine spürbare Erholung der Nachfrage in den vergangenen Wochen.

Die Reiselust ist da, nur die Entscheidung fällt später – so lässt sich die aktuelle Lage bei TUI zusammenfassen. Trotz Iran-Krieg, Konsumzurückhaltung und wirtschaftlicher Schwäche in europäischen Kernmärkten verzeichnet der Konzern nach eigenen Angaben in den letzten vier Wochen ein deutliches Plus bei den Buchungen. TUI-CEO Sebastian Ebel sagte bei der Vorlage der Neunmonatszahlen am heutigen 12. August: „Reisen bleibt für das Leben der Menschen sehr relevant, aber der Zeitpunkt der Reiseentscheidung hat sich verschoben.“

Griechenland und Spanien einschließlich Balearen und Kanaren sind laut TUI die beliebtesten Ziele der laufenden Sommersaison. Auch die Nachfrage nach Zielen im östlichen Mittelmeerraum habe zuletzt wieder angezogen. Im Bereich Märkte und Airline liegt der gebuchte Umsatz für den Sommer derzeit zwar noch bei minus sechs Prozent, die vergangenen vier Wochen zeigten jedoch ein Plus von sieben Prozent.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Einmaleffekte drücken das Ergebnis

Hinter der laut TUI „anziehenden Buchungsdynamik“ steht ein durchwachsenes Quartal. Das bereinigte Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag nach neun Monaten bei rund 123 Millionen Euro, nach 165 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Einmaleffekte durch den Iran-Krieg und einen Hurrikan auf Jamaika belasteten das Ergebnis mit insgesamt 81 Millionen Euro. Bereinigt um diese Effekte hätte TUI das Vorjahresergebnis nach eigenen Angaben deutlich übertroffen. Der Umsatz sank nach neun Monaten um 1,6 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. An der Ebit-Prognose von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro für das Gesamtjahr hält der Konzern fest. Die Umsatzprognose wurde hingegen ausgesetzt. Alle Zahlen beziehen sich auf konstante Wechselkurse.

Richtig bitter verlief das Kreuzfahrtgeschäft: Aufgrund des Iran-Krieges steckten die Mein Schiff 4 und die Mein Schiff 5 von März bis Mitte Mai in Häfen der Golfregion fest. Die Belastung allein daraus beziffert TUI auf 20 Millionen Euro im dritten Quartal. Ohne diesen Effekt hätte das Segment sein Ergebnis um zehn Millionen Euro verbessert, so Ebel. Die durchschnittliche Tagesrate stieg um vier Prozent auf 252 Euro, die Auslastung lag bereinigt um die Kriegsfolgen bei 99 Prozent.

Hotels und Aktivitäten mit gemischtem Bild

Im Hotelsegment ging die Auslastung im dritten Quartal um fünf Prozentpunkte auf 77 Prozent zurück. TUI führt dies auf die Anlaufphase neuer Hotels sowie gesunkene Nachfrage im östlichen Mittelmeerraum, Mexiko und der Karibik zurück. Die durchschnittliche Tagesrate blieb mit 88 Euro stabil. Für das vierte Quartal meldet der Konzern eine Verbesserung der Auslastung gegenüber dem Halbjahresstand. TUI Musement steigerte sein bereinigtes Ebit im dritten Quartal um knapp elf Prozent auf 23 Millionen Euro, getrieben durch ein verbessertes B2B-Geschäft und operative Effizienzgewinne.

Der Geschäftsbereich Märkte und Airline, zu dem Veranstalter, Vertrieb und die konzerneigenen Fluggesellschaften gehören, verzeichnete im dritten Quartal ein bereinigtes Ebit von minus 16 Millionen Euro nach plus 50 Millionen Euro im Vorjahr. In der Region Zentral mit Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen fiel das Ergebnis auf minus zehn Millionen Euro. Als Ursachen nennt TUI höhere Treibstoffkosten, zusätzliche Marktkapazitäten und schwächere Nachfrage. Die Flugauslastung lag mit 91 Prozent weiterhin auf hohem Niveau.

Einen aktualisierten Buchungsstand will TUI am 22. September veröffentlichen, die Ganzjahreszahlen sind für den 9. Dezember 2026 angekündigt.