Reisevertrieb

Veranstalter: Die Probleme mit den Onlinern

Der wachsende Online-Vertrieb bereitet den Reiseveranstalter weniger Freude als man denkt

Der wachsende Online-Vertrieb bereitet den Reiseveranstalter weniger Freude als man denkt. Foto: filorosso.de - Manfred Gerber/www.pixelio.de

Die Reiseveranstalter sind weit weniger glücklich über den wachsenden Online-Vertrieb als oftmals angenommen. Denn der Vertriebsweg hat mit Provisionen von durchschnittlich elf bis zwölf Prozent seinen Preis. Und er liefert in vielen Fällen nicht das, was die Reisebüros liefern. 

So gingen Online-Buchungen oft wesentlich kurzfristiger ein als auf dem klassischen Weg, berichtet unter anderem Detlef Schroer, Vertriebschef von Schauinsland-Reisen. Die Folge seien erschwerte Kapazitätsplanungen. Davon abgesehen sei die Zahl der Buchungsanfragen und somit die Belastung der Systeme deutlich höher, der Reisepreis im Schnitt niedriger als im Reisebüro-Geschäft. Das sorge für geringere Margen, so Richard Reindl, Vertriebsdirektor bei FTI.

Hinzu komme, dass Reisebüros im Krisenfall als riesiges Callcenter für die Veranstalter agierten, während Online-Portale in solchen Fällen schnell überlastet seien, merkt Schroer an. „Diese Kunden hängen dann in unseren Hotlines, die dem Ansturm ebenfalls kaum gewachsen sind“, so der Manager während einer Podiumsrunde auf der Tagung des Deutschen Reisering am vergangenen Wochenende auf Mallorca.

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Kommentare (4)

  • Michael Wolf
    vor 3 Wochen
    Wenn Herr Reindl die Leistungen des stationären Vertriebs und die Marge im Blick hat, könnte er ja mal darüber nachdenken die Onliner mit max. 9% zu vergüten und die klasischen Reisebüros mit 11% ab der ersten Buchung ...
  • Reiseberatung Lehnst
    vor 3 Wochen
    Dem stimme ich vollkommen zu, da sind 9 % noch zuviel.
    Wenn im Urlaub was nicht klappt sind wir das Reisebüro
    nach Rückkehr gefragt oder die Kunden rufen aus dem Urlaub an
    wenn Sie Vorort Probleme haben und nicht klar kommen.
    Ganz zu schweigen von der zusätzliche Arbeit mit Unterlagen drucken
    bei einigen Veranstaltern, da sind mindestens 11 % angebracht.
  • tosch
    vor 3 Wochen
    Ist im Onlinereisebüro haargenau dasselbe, nur dass es eben über Telefon - und Emailverkehr passiert, um alles Weitere hat sich ohnehin der Veranstalter zu kümmern. Als Reisebüro habe ich mich nicht in die Reklamation des KD einzumischen, ich kann ihm höchstens hilfreiche Tipps geben wie er sich zu verhalten hat, einen gewissen Informationsstand des RB - Mitarbeiters vorausgesetzt.

    Meine Erfahrungen als Onliner sowohl im Kunden - als auch Reisebürosupport mit leider vielen (nicht allen!!!) stationären Reisebüros: langsam, schwer von Begriff, unbeholfen, rückwärtsgewandt, arrogant aber dafür überlastet sobald das Volumen mehr als 10 Kunden am Tag übersteigt. Kriegen von alleine häufig nicht mal alleine eine vernünftige Abfrage hin bei welcher unsereins sich in den Bart kichert, haben keinen Zugriff auf viele Systeme welche im Onlinebereich verbreitet da abonniert sind...machen dafür aber ständig die schönen Inforeisen! :)
  • ta - Matthias Gürtler
    vor 3 Wochen
    Hallo Tosch, keine Frage, es gibt gute und schlechte Reisebüros. Genauso wie es gute und schlechte Onliner, Veranstalter und Callcenter gibt. Ob tatsächlich "viele" Reisebüros rückwärtsgewandt sind, möchte ich aber bezweifeln.

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