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FTI: Provisionsmodell bleibt unverändert

Mit dem „optimal angepassten Provisionsmodell“ will FTI den stationären Vertrieb stärken. Foto: ras

Mit dem „optimal angepassten Provisionsmodell“ will FTI den stationären Vertrieb stärken. Foto: ras

Die Entscheidung hat länger gedauert als zunächst angekündigt, aber das Ergebnis ist positiv: FTI Touristik hält auch im nächsten Geschäftsjahr an seinem aktuellen und auf die Herausforderungen der Pandemie abgestimmten Provisionsmodell fest. Geprägt wird es von einem Drei-Stufen-Modell, dem weiterhin kostenfreien Start-Up-Programm und der Vorauszahlungsoption. 

„Wir hatten bereits für das Jahr 2020/21 ein vereinfachtes und den Büros sehr entgegenkommendes Modell erarbeitet“, sagt FTI-Chef Ralph Schiller. Ziel sei gewesen, den Reisebüros „Sicherheit zu geben und für Liquidität zu sorgen“. Dies sei „sehr gut“ angenommen worden.

Das Grundproblem aber bleibe: „Leider ist das Virus nach wie vor Taktgeber in unserer Branche und wird es, soweit absehbar, bis auf Weiteres bleiben“, ist sich Schiller bewusst. Man habe sich deshalb dazu entschlossen, an dem aktuellen und „optimal angepassten Provisionsmodell“ festzuhalten und den stationären Vertrieb somit „weiter auf ganzer Linie zu stärken“.

Zehn Prozent auch für kleine Büros

Herzstück ist weiterhin ein dreistufiges Provisionsmodell. Ab 1. November 2021 erhalten Reisebüros, die im laufenden Geschäftsjahr einen Mindestumsatz von 125.000 Euro generieren, eine Grundprovision von unterjährig zehn Prozent ab der ersten Buchung.

Agenturen, die mit den Marken der FTI Group einen Umsatz von weniger als 125.000 Euro erwirtschaften, können die Grundprovision von zehn Prozent erhalten, sofern sie sich zum erleichterten Start-Up-Programm anmelden. Dafür müssen sie lediglich kostenfreie Maßnahmen erfüllen.

Zu ihnen gehören mindestens fünf FTI-Academy-Schulungen, drei Webinare und ein Newsletter-Abo. „Auf kostenpflichtige Maßnahmen verzichten wir völlig“, betont Vertriebsdirektor Richard Reindl.

Umsätze aller Marken werden berücksichtigt

Wichtig: In die Berechnung zur Einstufung der Grundprovision fließen die Umsätze aller Marken der FTI Group mit ein. Dazu gehören neben FTI Touristik, 5vorFlug und BigXtra auch der Luxusanbieter Windrose, Drive FTI, Cars & Camper, Buchungen von Gruppenreisen sowie der FTI Ticketshop. Erreichen Büros im nächsten Geschäftsjahr eine höhere Umsatzstufe, greift die retroaktive Superprovision. Das heißt: Sie wird nachträglich ausgezahlt.

Der Anspruch an die Staffel ist allerdings groß: Ab 300.000 Euro gibt es elf Prozent. Zwölf Prozent werden ab 450.000 Euro Gesamtumsatz ausgezahlt.

Bonus für eigene und Orascom-Hotels.

Einfacher kann die Provision aufgestockt werden, indem sich Reisebüros im Verkauf auf die aktuell rund 60 FTI-Häuser der Marken Labranda, Kairaba Design Plus und Lemon & Soul sowie auf die etwa 50 Ressorts der Orascom-Kette konzentrieren: Für diese Unterkünfte gibt es einen Bonus von jeweils einem Prozent oder mindestens zehn Prozent (für kleine Büros, die keine Start-Up-Partner werden wollen).

Unabhängig vom Umsatzvolumen sind darüber hinaus zusätzlich retroaktive Provisionen möglich. So honoriert FTI Mietwagenbuchungen aus dem Drive-FTI-Portfolio mit 15 Prozent und Produkte von Cars & Camper mit zwölf Prozent.

Optionale Provisionsvorauszahlung

Auch an den optionalen Provisionsvorauszahlungen hält die Münchner Veranstaltergruppe weiter fest. Damit können Reisebüros den Zeitpunkt der Provisionszahlung frei wählen – entweder bei Abreise oder bereits nach geleisteter Anzahlung des Kunden.

„Mit diesem Angebot betonen wir unser Vertrauen in den Vertrieb und unsere enge Partnerschaft. Die schneller vergütete Arbeitsleistung sorgt bei den Büros für dringend benötigte Liquidität und gewährt vielen Büros somit Planungssicherheit“, hält Richard Reindl fest. „Es ist uns wichtig, den Agenturen weiterhin Wahlmöglichkeit zu bieten und ihnen die Entscheidungshoheit über ein so essenzielles Thema individuell zu überlassen.“

Zehn Prozent für Stornos

Darüber hinaus spielt das Thema Stornierung voraussichtlich weiterhin eine größere Rolle im Corona-Alltag. Auch darauf geht FTI mit dem neuen Provisionsmodell ein: Stornoumsätze vergütet der Veranstalter immer mit zehn Prozent. „Der Aufwand für Stornierungen ist stets gleich hoch, unabhängig von der gebuchten Veranstaltermarke. Daher setzen wir hier pauschal durchweg dieselbe Vergütung an“, ergänzt der Vertriebschef.
 

Matthias Gürtler