TUI-Cruises-Chefin: Marktpotenzial bei 4,5 Millionen Passagieren

Anzeige
Grafik mit einem Fußball auf einem hellblauen Hintergrund, umgeben von Linien, die ein Spielfeld darstellen, und der Zahl drei.

Nach einem „schwierigen ersten Halbjahr“ durch den wochenlangen Ausfall der Mein Schiff 4 und 5 sieht TUI-Cruises-Chefin Wybcke Meier das Unternehmen wieder auf Kurs – oder besser gesagt: im Flow. Die aktuelle Indienststellung des gleichnamigen zweiten Schiffs der Intuition-Klasse jedenfalls läutet eine zweite Jahreshälfte ein, die Deutschlands zweitgrößtem Kreuzfahrtunternehmen noch einen positiven Abschluss bescheren dürfte.

Umsatzausfall gut verdaut

Mit vier Prozent beziffert die Geschäftsführerin des Joint-Ventures von TUI AG und Royal Caribbean Cruises Ltd. den Kapazitätsausfall und damit auch den Umsatzverlust, der durch die Nahost-Krise und die Blockade der Straße von Hormus entstanden ist. „Das war ein einschneidendes Erlebnis“, gesteht die gestandene Top-Managerin im ta-Gespräch an Bord der Mein Schiff Flow. „Aber auch eines, und das soll die seinerzeitige Situation in keinster Weise herunterspielen, das eben nur zwei unserer heute 14 Schiffe betroffen hat (neun der Marke Mein Schiff und fünf von Hapag-Lloyd Cruises; Anmerkung der Redaktion).“ Insofern habe man den Stillstand „ganz anders verdauen können, als wenn die Gesamtflotte betroffen gewesen wäre“.

In Wachstumsphase zwischenzeitlich ausgebremst

Dennoch wurde TUI Cruises mitten in seiner größten Wachstumsphase – durch die Indienststellung der Mein Schiff Relax im vergangenen und der Mein Schiff Flow in diesem Jahr ist die Kapazität um 40 Prozent gestiegen – „im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst“, so Meier. 50 Tage fielen die Mein Schiff 4 und 5 aus, ehe beide Einheiten Mitte Mai ihre Fahrpläne wieder aufnehmen konnten.

Das Geschäft läuft gut, berichtet Wybcke Meier: „Die Kapazitätssteigerung wurde vom Markt absorbiert, und wir haben hervorragende Buchungen sowohl im Kurz- als auch im Langfristbereich.“ Nach wie vor gebe es Abfahrten mit über 100 Prozent Auslastung, so die Managerin.

TUI Cruises gewinnt Marktanteile

Durch die beiden Neubauten mit jeweils fast 4.000 Betten hat Deutschlands Nummer zwei Boden gut gemacht auf Marktführer Aida Cruises. Gemessen am Umsatz komme TUI Cruises mit dem Markenduo Mein Schiff und Hapag-Lloyd Cruises nun auf 35 bis 40 Prozent Marktanteil, sagt Meier.

Das Potenzial des deutschen Kreuzfahrtmarktes ist ihr zufolge ungebrochen groß. Nach 2,8 Millionen Hochseekreuzfahrern im vergangenen Jahr rechnet die Reedereichefin in dieser Saison für die Branche mit 3,1 bis 3,2 Millionen Passagieren. „Das wären knapp fünf Prozent Marktdurchdringung – ich glaube, da geht noch ein bisschen mehr“, verweist sie auf Faktoren wie die demografische Entwicklung, Kaufkraft und Reisebegeisterung in Deutschland. „Insofern denke ich, dass der Markt nicht im nächsten, aber in den darauffolgenden Jahren gut ist für vier bis 4,5 Millionen Passagiere“, so Meier.