DRV-Mitgliederumfrage: Es gibt viel zu tun

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Der DRV hat nach vielen Jahren mal wieder eine Mitgliederbefragung durchgeführt und ein insgesamt positives Feedback erhalten. Zugleich wurde Handlungsbedarf deutlich – speziell mit Blick auf die Verbandsstrukturen und die Interessenvertretung auf EU-Ebene.

Die im Vorfeld des jüngsten Hauptstadtkongresses des DRV durchgeführte Mitgliederbefragung hat dem Vorstand und der Geschäftsstelle des Verbandes ein insgesamt positives Feedback beschert. Allerdings wurde auch Handlungsbedarf deutlich – und der hat unter anderem mit der jüngsten Rücktrittsankündigung von Ulrike Katz, Vizepräsidentin der Säule A, zu tun.

Bei dem von den Mitgliedern gewünschten „Handlungsbedarf“ geht es um die strategische Weiterentwicklung des DRV – vor allem auch intern. Der Vorwurf von Ulrike Katz: Dem Verband fehle es am „Willen zur Veränderung“. Sie sehe „bei Tempo, Transparenz und Veränderungswillen keine ausreichende Bewegung mit entsprechenden Konsequenzen“.

Säule A im Fokus

Damit steht sie im Verband nicht allein da: Etliche Mitglieder hatten sich nach dem Amtsantritt von Albin Loidl vor einem Jahr deutlich mehr frischen Wind erhofft. Der wird nach Aussage von Präsident Loidl und Hauptgeschäftsführer Achim Wehrmann auch kommen, nimmt aber in einem Verband wie dem DRV offenbar nur langsam an Fahrt auf.

Ein Knackpunkt ist die Säule E, in der 400 Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Versicherungen, Fremdenverkehr, Ausbildung, Airlines & Mietwagen und IT vereint sind. Sie gelten nach wie vor nur als „assoziiert“ – und haben entsprechend weniger Mitspracherecht.

Historische Hintergründe des DRV

Der Grund liegt in der Historie des DRV, der als Reisebüro-Verband entstand und sich später zu einem Verband für Reisebüros und Veranstalter entwickelte. Sie stellen die Mitglieder für insgesamt vier Säulen (jeweils getrennt in Mittelstand und Konzerne). Die Säule E ist eher eine Art Anhängsel.

Genau das stößt mit Blick auf die Bedeutung dieser Unternehmen für die gesamte Branche immer öfter auf Unverständnis. Sie sehe „nicht, dass die Säule E als vollwertiger Teil der Reisewirtschaft im DRV wahrgenommen wird“, bemängelte Ulrike Katz in ihrer Rücktrittsankündigung. Und sprach damit öffentlich aus, was viele Mitglieder sonst nur am Kaffeetisch bekundeten.

Mitgliederbefragung als erster Schritt

Albin Loidl und Achim Wehrmann ist dies durchaus bewusst. Allerdings stellen sie klar, dass Veränderungen nur von den Mitgliedern selbst ausgehen könnten und gemeinsam beschlossen werden müssten. Dafür ist mit der Mitgliederumfrage nun ein erster Schritt gemacht.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Nach Meinung der 212 an der Umfrage beteiligten Personen ist der DRV unter allen Verbänden „der wichtigste Ansprechpartner bei der politischen Interessenvertretung, in Krisensituationen, bei Markt- und Brancheninformationen sowie bei rechtlichen Fragen“.

Interessenvertretung und klare Kommunikation

Erwartet wird von den Mitgliedern die weitere Stärkung der politischen Interessenvertretung, insbesondere in Brüssel, und eine „klare und zielgerichtete Kommunikation“. Zudem sollen die Interessen kleinerer Mitgliedsunternehmen stärker berücksichtigt werden.

„Dieser Verband braucht mehr Mittelständler in seinen Reihen“, hatte Finanzvorständin und Reisebüro-Expertin Ute Dallmeier bereits vor einem Jahr gefordert. Abgefunden hat man sich beim DRV offenbar damit, dass TUI nicht mehr Mitglied in Deutschlands größtem Reiseverband ist.

Ein wichtiges Feld bleiben weiterhin auch die Interessen des Vertriebs, etwa bei der Digitalisierung, der Nachwuchsarbeit und in der Zusammenarbeit mit Leistungsträgern wie aktuell beim Thema Rail & Fly.

Insgesamt positives Fazit

Das Fazit der Umfrage ist aus Sicht der Geschäftsstelle insgesamt positiv. Der DRV verfüge über „eine starke Basis“ und genieße bei seinen Mitgliedern „hohe Anerkennung“. Entscheidend sei nun, „diese Stärken zu sichern und die identifizierten Handlungsfelder konsequent anzugehen“.

Ziel bleibe es, „die Interessen der vielfältigen Reisewirtschaft wirksam zu bündeln und den Verband zukunftsfest aufzustellen“.

Durchgeführt wurde die Mitgliederbefragung vom Marktforschungsunternehmen Yougov.

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