DTPS-Jahrestagung: Service-Entgelt im Fokus

Diskutierten über Service-Entgelte (von links): Moderator Frieder Krauss, Protours-Geschäftsführer Dirk Hansel, Frank Dost, Bereichsleiter Reisen Karstadt/Galeria Kaufhof Reisebüros, Tourcontact-Chef Dirk Bender und DER-Geschäftsführer Andreas Heimann
Diskutierten über Service-Entgelte (von links): Moderator Frieder Krauss, Protours-Geschäftsführer Dirk Hansel, Frank Dost, Bereichsleiter Reisen Karstadt/Galeria Kaufhof Reisebüros, Tourcontact-Chef Dirk Bender und DER-Geschäftsführer Andreas Heimann. Foto: uf

Reisebüros entlasten, Umsätze ankurbeln und Erlöse optimieren: Unter diesem Motto stand die Jahrestagung der Reisebüro-Allianz DER Touristik Partner Service (DTPS) am vergangenen Wochenende.

Rund 500 Reisebüro-Partner der Kooperationen Tourcontact, Deutscher Reisering, Protours/RCE sowie Verkaufsexperten der Karstadt/Galeria Kaufhof Reisebüros, des ADAC Regionalclubs Württemberg und des Franchise-Systems DER Touristik Partner-Unternehmen waren nach Wiesbaden gekommen.

Sie verfolgten eine Podiumsdiskussion, die eigentlich keine war. Das Thema: Service-Entgelte. Der Tenor: „Alternativlos“ (Andreas Heimann, DER-Geschäftsführer), „ein unbedingtes Muss“ (Frank Dost, Bereichsleiter Reisen Karstadt/Galeria Kaufhof Reisebüros). Und auch Dirk Hansel, Protours-Geschäftsführer, sowie Tourcontact-Chef, Dirk Bender, verdeutlichten, dass ihrer Ansicht nach kein Reisebüro an Service-Entgelten mehr vorbeikommt.

Protours will Entgelt einführen

„Es geht nicht ohne“, sagte Hansel, der ankündigte, demnächst Service-Entgelte einzuführen. Die Planungen liefen. Man werde das Entgelt-Modell an das des DER anlehnen.

Seit Ende vergangenen Jahres bieten die Reisebüros des DER ein Premium-Service-Paket an. Dieses umfasst neun Leistungen wie Sitzplatzreservierung und Ausdruck der Reiseunterlagen und kostet 19 Euro (siehe hier).

Das Produkt laufe vielversprechend, erläuterte Heimann. In den ersten drei Monaten sei „ein hoher sechsstelliger Betrag“ erwirtschaftet worden. Es gebe Reisebüros, die bei jeder zweiten Buchung ein solches Paket mitverkauften. „Bei diesen steigen auch die Umsätze.“

Reisebüros überwiegend skeptisch

So zuversichtlich sich die Diskutanten auch zeigten – die Reisebüro-Mitarbeiter blieben skeptisch. „Nehmen wir ein solches Entgelt, kürzen die Veranstalter sicher irgendwann die Provisionen“, sagte ein Reisebüro-Inhaber. Eine andere Teilnehmerin fügte hinzu, sie habe Angst, ihre Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

Er wisse, dass das Thema kontrovers diskutiert werde, hatte zuvor auch DTPS-Chef Michael Dohmen in seiner Begrüßungsrede gesagt. Doch zusätzlicher Service könne und dürfe in Zukunft nicht immer kostenfrei sein und zu Lasten des Reisebüros gehen. „Es ist wichtig, dass wir jetzt in den Prozess einsteigen.“