Studie: Pauschalreise bleibt wichtigste Buchungsform

Eine vierköpfige Familie am Strand: Ein Junge springt freudig auf seine Eltern zu, die in rot-weiß gestreiften Liegestühlen sitzen und ihn empfangen wollen.
Vor allem für Familien ist die Pauschalreise oft die perfekte Reiseform. Foto: Jacob Wackerhausen/iStock

Pauschalreisen sind attraktiv für viele Kunden – und werden es auch bleiben. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie im Auftrag der Initiative Pauschalreise. Diese leitet aus der Umfrage drei zentrale Aufgaben für die anstehende Kampagne ab.

Von Reiseveranstaltern organisierte Pauschal- und Bausteinreisen sind seit 2023 die wichtigste Organisationsform im deutschen Urlaubsmarkt. Das zeigt die Studie „Marktforschung zur Urlaubsbuchung“, die Sunny Cars für die Initiative Pauschalreise beim Institut für Tourismus- und Bäderforschung (NIT) in Auftrag gegeben hat.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 49 Prozent aller Urlaubsreisen ab fünf Tagen pauschal oder als Bausteinreise gebucht. Für 31 Prozent der Befragten hängt die Wahl zwischen Pauschal- und Individualreise vom jeweiligen Reiseziel ab, nur 26 Prozent bevorzugen grundsätzlich mehr Sicherheit, 39 Prozent mehr Flexibilität.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung

Wichtig für die Buchungsentscheidung sind der Studie zufolge vor allem ein passendes Angebot (56 Prozent), eine unkomplizierte Buchung (54 Prozent) und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (53 Prozent). Dies seien Eigenschaften, „die in der öffentlichen Wahrnehmung eher der Individualreise zugeschrieben werden“, sagt Berend Rieckmann, der gemeinsam mit Jürgen Büchy und Marina Ackermann den Vorstand der Initiative Pauschalreise bildet.

Nur 16 Prozent der befragten Personen halten Pauschalreisen für moderner und vielfältiger als ihr Ruf. „Die moderne Pauschalreise hat mit dem starren Katalogprodukt früherer Jahrzehnte immer weniger zu tun“, betont Rieckmann und dürfte dabei mit Reisebüros und Veranstaltern einer Meinung sein. Speziell für Familien sei sie ein äußerst attraktives Produkt.

Gefragt sind individuelle Angebote und Flexibilität

Weiteres Potenzial für das Produkt Pauschalreise sehen 34 Prozent bei noch individuelleren Angeboten und 31 Prozent bei mehr Flexibilität. „Die Kunden möchten nicht zwingend alles selbst organisieren – sie möchten aber das Gefühl haben, dass ihre Reise zu ihnen passt“, sagt Rieckmanns Vorstandskollegin Marina Ackermann.

Klare Stärken sieht die Studie beim Aufwand: 64 Prozent schreiben der Pauschalreise Vorteile bei Planung und Buchung zu, je 62 Prozent bei Ansprechpartner und Betreuung vor Ort. Beim Wissen über gesetzliche Schutzrechte besteht dagegen Nachholbedarf: Nur 23 Prozent bewerten ihre Kenntnisse als gut.

Initiative Pauschalreise: „Auf dem richtigen Weg“

Die Ergebnisse bestätigen aus Sicht der Initiative Pauschalreise die Ausrichtung der zur ITB vorgestellten Kampagne „Pauschal genial“ mit dem Claim „Reisen total im Flow“. Sie soll im September als Social-Media-Kampagne starten. Ob anschließend eine größere B2C-Kampagne über weitere Medien startet, ist aus finanziellen Gründen derzeit ungewiss.

Davon abgesehen leitet die Initiative aus der Studie drei Schwerpunkte für ihre weitere Kommunikation ab:

  • potenzielle Reisende gezielt ansprechen
  • Convenience und passendes Gesamtpaket stärker herausstellen
  • ein moderneres Bild der Pauschalreise vermitteln.

So entstand die Studie

Die Untersuchung kombiniert Daten der Reiseanalyse 2026/Trendstudie 2035 mit einer Online-Befragung von NIT/Norstat unter 2.000 Personen (Juli 2026), darunter 1.500 Urlaubsreisende in den letzten drei Jahren. Autoren sind Ulf Sonntag, Laura Tiede und Nadine Yarar (NIT).