Die Pauschalreise bleibt ein zentraler Pfeiler des deutschen Reisemarktes und Rückgrat des touristischen Mittelstandes. Dies bestätigen Umfragen immer wieder – egal ob sie nun vom DRV, der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) oder von Veranstaltern wir TUI in Auftrag gegeben werden. Nun kommt eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Mindline im Auftrag von RTK hinzu.
Sie zeigt, wie hoch Pauschalreisen bei Urlaubern im Kurs stehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Preisdruck wächst. Es sei eine große „Herausforderung für Reisebüros und Veranstalter, den Wert der Pauschalreise auch preislich zu vermitteln“, heißt es von Mindline.
„Nur nicht um Details kümmern müssen“
Fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) stimmen der Studie zufolge der Aussage zu, dass sie lieber Reisen buchen, bei denen alle Leistungen gebündelt angeboten werden und sie sich nicht selbst um Details kümmern müssen. Nur 16 Prozent lehnen dieses Prinzip ab.
Ähnlich deutlich fällt das Bild beim Thema Absicherung aus: Rund 62 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich bei Pauschalreisen sicherer fühlen, etwa durch Insolvenzschutz oder Rückholung im Krisenfall. Dies zeigt, dass viele Kunden offenbar sehr genau wissen, welche Leistungen die Pauschalreise bietet.
Beim Preis hört die Begeisterung auf
Beim Preis allerdings wird die Wertschätzung brüchig: Zwar sind 45 Prozent der Befragten grundsätzlich bereit, für eine abgesicherte Pauschalreise mit allen Leistungen aus einer Hand mehr zu bezahlen. Aber nur 13 Prozent akzeptieren „auf jeden Fall“ einen höheren Preis. 32 Prozent akzeptieren ihn „eventuell“.
Auf der anderen Seite steht eine knappe Mehrheit von 51 Prozent, die entweder keinen Aufpreis zahlen möchte oder lieber einzelne Leistungen separat bucht. 30 Prozent bezeichnen den Vorteil der Pauschalreise lediglich als „nice-to-have“, ohne dafür mehr Geld ausgeben zu wollen. 21 Prozent setzen grundsätzlich lieber auf Einzelbuchungen.
Pauschalreise: Mehr als ein Standardprodukt
Laut RTK machen die Zahlen deutlich, „wie groß die kommunikative Herausforderung für die Branche ist“. Denn die Pauschalreise von heute sei längst kein starres Katalogprodukt mehr. Genau diese Aufgabe hat sich die Initiative Pauschalreise gestellt. Sie will bis zur ITB konkrete Projekte vorstellen, mehr Details dazu gibt es in ta 25/25 beziehungsweise dem obigen Link.
Für RTK-Chef Thomas Bösl zeigt die Studie zudem, dass Vertrauen und Sicherheit zu den wichtigsten Entscheidungsfaktoren gehören. „Wir erleben jeden Tag, dass Kundinnen und Kunden sehr genau wissen wollen, wer im Hintergrund für ihre Reise geradesteht“, meint Bösl. Eine Pauschalreise sei „kein Produkt von der Stange mehr, sondern ein komplexes Leistungsversprechen. Dieses Versprechen müssen wir sichtbar machen – gerade in einer Zeit, in der viele den Mehrwert als selbstverständlich wahrnehmen.“
Markt braucht eine neue Wertedebatte
Vor diesem Hintergrund plädiert Thomas Bösl dafür, den Mehrwert der Pauschalreise wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Sicherheit, Haftung, Organisation und persönliche Betreuung müssten aktiv erklärt und nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen werden. „Reisebüros spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie Vertrauen schaffen und komplexe Leistungen verständlich machen können“, so der RTK-Chef. Reisevermittler seien „nicht Verkäufer, sondern Reisearchitekten und Problemlöser“.
Zur Studie
Die Studie wurde vom Marktforschungsunternehmen Mindline im November 2025 durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung in Deutschland im Alter von 18 bis 74 Jahren, die in den letzten drei Jahren zudem eine Urlaubsreise ab fünf Tagen unternommen haben und selbst über ihren Urlaub entscheiden beziehungsweise diese Entscheidung mit beeinflussen.




