Grit Oelbe wollte einst Pooldecks testen und machte ihre Leidenschaft zum Beruf. Die Reiseberaterin erzählt von Taiwan, Bali und den Färöer-Inseln – und verrät, warum ein Skorpion auf dem Teller für eine gute Reisegeschichte sorgt.
Eigentlich wollte Grit Oelbe im Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen die Pooldecks testen. Um die Leidenschaft zum Beruf zu machen, startete sie 2015 als Quereinsteiger bei Dreamlines. 2016 wechselte sie zur Aida-Fernwehinsel und zur Reiseland-Familie. 2020 schloss die Fernwehinsel und fusionierte mit dem Reiseland Barmbek. Dort ist die Reiseberaterin im Dauereinsatz.
Wenn Geld keine Rolle spielen würde: Wohin würden Sie gerne reisen?
Zur Internationalen Raumstation ISS für einen Nachmittagskaffee – oder zumindest zum Inselhopping nach Hawaii. Hawaii ist ein Ort der Extreme, verpackt in sanften Pazifikwind – ein Paradies, das nicht nur mit den Augen gesehen, sondern mit allen Sinnen gespürt wird. Farbenspiel der Strände: Kaum ein Ort weltweit bietet eine solche Vielfalt an Küstenabschnitten.
Was war Ihre schönste Inforeise?
Taiwan und Bali mit FTI. Diese Kombination war ein absoluter Glücksgriff. Statt tagelang nur Hotelzimmer oder Lobbys zu besichtigen, stand echtes Erleben im Vordergrund. In Taiwan ging es mitten durch pulsierende Nachtmärkte, traditionelle Teehäuser und atemberaubende Natur wie die Taroko-Schlucht. Auf Bali warteten nicht nur Luxusresorts, sondern tiefe Einblicke in die balinesische Kultur, Begegnungen mit Einheimischen in kleinen Dörfern und magische Momente zwischen saftig grünen Reisterrassen.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen auf Reisen?
Ein kulinarisches Abenteuer der ganz besonderen Art war frisch frittierter Skorpion auf dem Nachtmarkt in Taipeh. Es kostete mich einige Überwindung, in mein erstes Wüstentier zu beißen. Das Fazit: Ausgesprochen kross, dezent salzig und geschmacklich überraschend nah an sehr kross gebratenem Hähnchen oder Krabben. Der knusprige Abgang wird allerdings lückenlos von der philosophischen Frage begleitet: „Warum genau habe ich mir das jetzt eigentlich freiwillig in den Mund gesteckt?“ Aber hey – für die Geschichte war es jeden Bissen wert!.

Welches Ziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Die Färöer-Inseln. Wer die raue, unberührte Natur des Nordens sucht, wird diese Inselgruppe im Nordatlantik lieben. Die Färöer bieten dramatisch abfallende Steilküsten, tiefblaue Fjorde, Wasserfälle, die direkt ins Meer stürzen, und saftig grüne Täler. Massentourismus sucht man hier vergebens – stattdessen begegnet man deutlich mehr Schafen als Menschen.
Was darf in meinem Gepäck nicht fehlen?
Ohne die richtigen Wegbegleiter geht es nicht an Bord. Gute Noise-Cancelling-Kopfhörer schirmen jedes Triebwerksrauschen ab und schaffen eine eigene Ruheoase. Das Smartphone dient als Navigationsgerät, Kamera und Schnittstelle zur Welt. Auf dem E-Book-Reader ist der Lesestoff für Wochen kompakt verstaut. Und das Asthmaspray sorgt schlichtweg dafür, dass auch in staubigen Wüsten, feuchten Tropen oder auf steilen Berghängen niemals die Puste ausgeht.
Welche Bar ist die coolste?
Für den perfekten Drink braucht es manchmal einfach nur den richtigen Ort. Die Lanai-Bar am Heck der Aida-Schiffe bietet eine unvergleichliche Atmosphäre: Ein gemütlicher Platz im Freien, ein kühler Cocktail in der Hand und das sanfte Rauschen der Heckwelle unter sich. Wenn dann am Horizont langsam die Sonne untergeht, ist der Urlaubsmodus zu 100 Prozent erreicht.
Mein Job & Ich erscheint alle zwei Wochen in touristik aktuell und danach hier online. Diese Folge finden Sie in ta 17/2026 vom 31. August 2026.
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