

Eine gewisse Zettelwirtschaft im Reisebüro konnte zwar nicht vermieden werden, durch eine radikale Produktveränderung und -vereinfachung habe man es dennoch geschafft, den Versicherungsverkauf für die Reiseverkäufer übersichtlich zu halten, so Piwonski weiter. Bei der URV gibt es nun nur noch ein Versicherungspaket, das mit einem zubuchbaren Baustein ergänzt werden kann.
Weiterhin hat die URV eine Tabelle erstellt, anhand derer Expedienten auf einen Blick erkennen können, wann die magische Grenze von 200 Euro für den Verkauf einer Einzelversicherung erreicht ist. „Nach den ersten Erfahrungen kommen die Reisebüros damit bisher sehr gut zurecht“, zieht Piwonski eine erste Bilanz. Für Reisebüros, die über die 200-Euro-Grenze kommen, sei geschultes Personal über eine Hotline erreichbar. Über einen so genannten Tippgeber-Vertrag fließt dann die volle Provision an die Agentur. Reisebüros, die regelmäßig teurere Einzelversicherungen verkaufen, können sich als Annex-Vermittler registrieren, haben dann aber noch mehr Papierkram zu erledigen.
Auch in den Systemen sei die Regelung weitgehend störungsfrei umgesetzt worden. „Auf Amadeus ruckelt es momentan noch ein bisschen“, so Piwonski, aber auch das werde sich wohl bald einspielen.
Ob die URV das 2016 gestartete Experiment mit der beitragsfrei eingeschlossenen Terrorversicherung weiter fortsetzt, ist nach Aussage von Kiechle noch nicht entschieden. In allen bis zum 31. März dieses Jahres abgeschlossenen Reiseversicherungen sei der Schutz noch automatisch enthalten, zum 1. November wolle man dann schauen, ob sich das Produkt lohnt und im Sortiment bleibt. Seit es die Terrorversicherung gibt, sei es zu „drei oder vier Ereignissen“ gekommen, bei denen Reisende ihr Recht auf Stornierung geltend gemacht hätten, so Kiechle. Dazu zählte unter anderem ein Anschlag in London.
Mit der Jahresbilanz zeigt man sich bei der URV „äußerst zufrieden“. „Wir freuen uns über das erfolgreichste Geschäftsjahr in der URV-Geschichte“, so Kiechle. Im deutschen Markt habe man ein Prämienvolumen von 55,7 Millionen Euro erzielt, das entspricht einem Wachstum von 7,4 Prozent. Der Jahresüberschuss lag mit 1,9 Millionen Euro exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Der Vertrieb über die 2.500 Reisebüros, mit denen die URV zusammenarbeitet, konnte um zehn Prozent zulegen.


