Angola: Ein echtes Abenteuer

Fast jeden Tag wird das Camp an einer anderen Stelle aufgebaut – mal im Busch, mal am Strand
Wie blank polierte Walrücken ragen die Granitfelsen von Pungo Andongo aus der Ebene
Wie blank polierte Walrücken ragen die Granitfelsen von Pungo Andongo aus der Ebene

Die Unterwelt ist paradiesisch schön. Jedenfalls am Rio Cambongo, der sich tief ins Gestein gegraben und eine dicht bewachsene Schlucht geformt hat, in der Aloen blühen und Bananen wachsen. Hier verbirgt sich auch eine riesige Höhle: Wasser tropft von der Decke, Fledermäuse zirpen, und durch eine Öffnung in der Decke zaubert die Sonne einen blauen Lichtstrahl. Später geht es mit dem Expeditionsmobil durch eine Landschaft voller Granitfelsen, die wie Walrücken aus der Ebene ragen. Das Ziel ist der Rio Keve, wo die Einheimischen mit Pirogen fischen und die Cachoeira-Wasserfälle donnern.

Für echte Afrika-Enthusiasten

In Angola erwacht der Tourismus. 15 Jahre nach dem Ende eines Bürgerkriegs entdecken wieder Reisende die ehemalige portugiesische Kolonie im Südwesten Afrikas. Touren durch das Land, immerhin dreimal so groß wie Deutschland, sind derzeit aber noch ein echtes Abenteuer und nur etwas für „buschfeste“ Afrika-Enthusiasten.

Zwar gibt es passable Hotels in den Städten, aber nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten an den Sehenswürdigkeiten. Olli Carstens vom namibischen Veranstalter Buschmann Safaris nutzt deshalb einen zum Expeditionsfahrzeug umgebauten Lastwagen für seine dreiwöchigen Angola-Reisen. Sie starten und enden in Windhuk, sind Deutsch geführt und werden als Zubuchertour „Unter dem Kreuz des Südens“ von Diamir angeboten.

Noch ist Angola ein kaum bereistes Land im Dornröschenschlaf. „Hier gibt es Wüsten mit Welwitschia-Pflanzen und wilde Savannen, tropische Wälder und imposante Gebirge“, sagt Carstens. 2009 organisierte er eine Pioniertour und kehrt seither Jahr für Jahr mit neuen Gruppen zurück. Die Kirchen und das bröckelnde Kolonialerbe aus der Zeit der Portugiesen stehen auf dem Programm, dazu Stopps an der Steilküste und an einsamen Stränden.

Camp wird jeden Tag aufgebaut

Gästen werden gleich zu Beginn der Tour die Zähne gezogen. „Safari: Das heißt Tiere gucken. Expedition: Das bedeutet schwitzen, schwitzen, schwitzen – und immer ist es dreckig. Wir machen hier ja keinen Badeurlaub!“ Natürlich ist das übertrieben. Doch die Teilnehmer sind als Team unterwegs und wissen um die Anstrengungen der Tour. Das Camp wird fast jeden Tag an einer anderen Stelle aufgebaut. Gezeltet wird mal im Busch, mal am Strand, mal auf der Pflanzung einer deutschen Siedlerfamilie.

Von der Küste ins Hochland

Gründe, sich in Angola zu verlieben, gibt es viele. Die schönste Tagestour führt von der Steilküste bei Pipas Bay über den Leba-Pass ins Hochland. Kurve um Kurve, Ausblick um Ausblick schraubt sich die Straße den Berg hinauf. Am Abend steht das Camp dann in Tunda Vala. Spektakulärer geht es nicht: Hier blickt man von der Großen Randstufe mehr als 1.000 Meter hinab ins Tiefland.

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