Tokio: Singende Sumos und Whisky-Proben

Im Stadtteil Ryogoku sind die Sumo-Ringer zu sehen – im Nationalstadion und auf der Straße. Foto: fh
Im Stadtteil Ryogoku sind die Sumo-Ringer zu sehen – im Nationalstadion und auf der Straße. Foto: fh

Die Mega-Metropole bietet jede Menge kleine Überraschungen

Wer Tokio nicht zum ersten Mal besucht, hat Meiji-Schrein, Senso-Tempel, Skytree und Ginza-Viertel wahrscheinlich schon abgehakt. Doch in der Mega-Metropole gibt es sehr viel mehr zu entdecken. Vier Tipps für Japan-Wiederholer. Unters Volk im Ueno-Park Auf dem Stadtplan ist der große grüne Fleck kaum zu übersehen. Dennoch ist der Ueno-Park selten das Ziel deutscher Reisender, wenn es nicht gerade um eines der großen Museen an seinem Rand geht. Schade, denn hier kann man erleben, wie Japaner ihre Freizeit verbringen: Überall wird gebrutzelt und gebraten, kleine Snackstände bieten jede Menge Fingerfood, und auf dem See gondeln die Liebespärchen in kitschigen Schwanenbooten herum.  Obwohl der Park selbst bei schlechtem Wetter gut besucht ist, gibt es ruhige Ecken. Den „Großen Buddha“ im Südwesten des Parks etwa. Die einst sechs Meter hohe Statue aus dem Jahr 1631 verlor beim Erdbeben von 1923 ihren Kopf, ein Großteil des Körpers wurde 1940 eingeschmolzen, um daraus – ziemlich unbuddhistisch – Waffen zu fertigen. Nur das Gesicht blieb, wurde 1972 in einen Rahmen gefasst und blickt nun neben einer moosigen Stupa über den Park. Dick im Geschäft Fünf Minuten mit der oberirdischen U-Bahn auf die andere Seite des Sumida-Flusses und schon ist nichts mehr zu sehen von Wolkenkratzern und Moderne. Der Stadtteil Ryogoku ist Sumo-Town. Hier liegt das große Nationalstadion, hier wohnen die Sumo-Ringer in ihren „Ställen“ und gehen natürlich auch mal ins Restaurant oder spazieren. Bereits der Weg dorthin ist ein Erlebnis: Dicht an dicht drängen sich die Passagiere in der Bahn, zwischendrin mächtige Sumo-Kämpfer in bunten Yukata-Gewändern und mit traditioneller Pferdeschwanzfrisur. In Tokio ist so etwas ganz normal, nur die Touristen kramen hektisch nach dem Fotoapparat.  Dabei kann man das Shooting ganz in Ruhe erledigen: im Stadium natürlich, während des Wettkampfes. Das Kampfziel ist simpel. Gewinner ist, wer den Gegner aus dem Ring drängt und ihn dazu zwingt, den Boden mit mehr als den Fußsohlen zu berühren. Mehr muss man nicht wissen – oder doch: Musikfreunde kommen auch zum Zuge, denn während der Kämpfe schmettern die gewaltigen Sportler auch das eine oder andere Lied und kündigen so die Kämpfer an. Entdeckertouren per Flasche Eines der bestgehüteten Geheimnisse Japans ist der Whisky. Wer weiß in Deutschland schon, dass das asiatische Inselreich bei Blindverkostungen oft spektakulär abschneidet und manchen Weltmeister hervorgebracht hat? Vor der Shopping-Tour steht allerdings das Tasting im Tokioter Stadtteil Omotesando. Dort steht das Hauptquartier des Whisky-Herstellers Nikka. In der „Nikka Blenders Bar“ im Keller werden vor allem eigene Produkte angeboten, aber auch Kostproben kleiner Brennereien der Region. Löffelschwingen in der Kappabashi-dori Messer, Löffel, Teller und Schüsselchen als touristische Attraktion? Die Kappabashi-dori, die „Straße der Kappa-Wassergeister“ in Asakusa, ist der Geheimtipp für Freizeitköche und verhinderte Gastronomen. Auf 800 Metern Länge drängen sich 170 Spezialgeschäfte für Küchenutensilien: Vom typischen Nori-Vorhang japanischer Restaurants bis zu Stäbchen in allen Variationen und Millionen von Schüsselchen ist das gesamte kulinarische Japan hier versammelt – zumindest wenn es um die Hardware geht. Und natürlich gibt es die Wachsmodelle, die praktisch vor jedem japanischen Restaurant Gäste locken und dank ihrer täuschenden Echtheit als Mitbringsel auch die Daheimgebliebenen in Europa foppen.

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