Ruinen im Dschungel

Einer der Tempel in Sambor Prei Kuk
Tempelbesucher können in sieben Dörfern bei Familien übernachten
Tempelbesucher können in sieben Dörfern bei Familien übernachten

Durch die Ruinen von Angkor Wat strömen heute täglich Tausende. Koreanische, japanische, deutsche und russische Gruppen treten sich auf die Füße. Neue Ziele braucht das Land! Genau das ist Sambor Prei Kuk. Die im Urwald verborgene Tempelstadt ist noch eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit mit jährlich knapp 30.000 Besuchern – Tendenz schnell steigend.

60 aus 290

Als Dr. So Sokuntheary im August 1997 das erste Mal hier war, begleiteten Sicherheitskräfte ihr Team. Versprengte Reste der brutalen Pol-Pot-Schergen trieben in der Region noch ihr Unwesen. „Außer Ruinen und Urwald gab es nichts“, sagt die Wissenschaftlerin von der knapp eine Autostunde entfernten Universität in Kampong Thom. Die Forscher haben bisher über 290 Tempel und archäologisch wertvolle Hügel entdeckt, gut 60 sind freigelegt und zu besichtigen.

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Familien profitieren vom Tempel

Sambor Prei Kuk aus dem siebten Jahrhundert hieß früher Chenla und war das Zentrum des versunkenen Hindu-Königreichs Isanapura. Die Anlage ist älter als Angkor Wat, aber nicht so prunkvoll.
In Sambor und naher Umgebung wird nachhaltiger Tourismus praktiziert. Sieben Dörfer werben gemeinsam um Gäste in ihren Familien, um ein Zubrot zu verdienen. Es ist eine der ärmsten Regionen im Land. Etliche Partner, vor allem die von der Bundesregierung finanzierte Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben beim Start des Projekts geholfen.

„Die Tempelanlage hat Gästen nun viel mehr zu bieten. Und einige Familien in unseren Dörfern vermieten Zimmer, kochen für Touristen aus etlichen Ländern“, sagt Siem Norm. Der 52-jährige Kommunenchef der sieben Dörfer ganz in der Nähe der historischen Ruinen unterhält sich mit zwei Kanadiern und ein paar jungen einheimische Männern, die Englisch-Unterricht und eine Schulung zum Tempelführer erhalten haben.

Ein großer Urwaldbaum spendet der kleinen Gruppe Schatten. In der Nähe überwuchern Wurzeln einen der vielen Tempel aus roten Steinen, die wie Vorläufer moderner Ziegel aussehen. Kunstvolle Steinmetzarbeiten mit Tieren, Herrschern und Göttern sind vielerorts gut zu erkennen.
In einem schlichten Freiluftrestaurant kocht ein Huhn im Topf. Eine Frau schält Papayas. Drei Khmer-Frauen sitzen auf der kleinen Veranda eines neuen Holzhauses mit Souvenirs, flechten wie ihre Urgroßmütter Körbe und Matten.

Immer mit einem Lächeln

„Einer im Dorf kann immer Englisch, aber wir verständigen uns auch mit Lächeln und Gestik“, sagt ein Bauer in der Siedlung Chheu Teal. Sein Gästezimmer ist schlicht, das Wasser zum Waschen nicht heiß, das Essen immer frisch, aus eigener Produktion oder vom Nachbarn: Huhn, Schwein, Fisch, Reis, exotische Gemüse und Früchte, deren Namen nicht alle im deutschen Wörterbuch zu finden sind.

Khiri Travel (www.khiri.com) mit Büros in Thailand, Laos, Myanmar und Kambodscha offeriert mehrtägigen Familienurlaub in den Dörfern und hilft gemeinnützig beim weiteren Aufbau und beim Marketing für diesen nachhaltigen Tourismus. „Für Urlauber organisieren wir auch Besuche in Schulen und Farmen, bei Handwerkern und Festen“, sagt Linda Oum, stellvertretende Khiri-Chefin in Phnom Penh. Sie hofft auf mehr Kontakte zu deutschen Veranstaltern.

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