Einhaken, aushaken und gut festhalten

Trotz weicher Knie und einer großen Portion Respekt meisterte
ta-Redakteurin Ute Fiedler den Klettersteig
Trotz weicher Knie und einer großen Portion Respekt meisterte
ta-Redakteurin Ute Fiedler den Klettersteig
Trittsicherheit ist durchaus
von Vorteil
Bloß nicht in den Abgrund schauen
Trittsicherheit ist durchaus
von Vorteil

Vielleicht ist es gut, dass an diesem Morgen dichter Nebel aus dem Canyon emporsteigt. Bei klarer Sicht wäre der ein oder andere der fünfköpfigen Gruppe vielleicht versucht, Klettergurt, Helm und Handschuhe auszuziehen und auf das Abenteuer zu verzichten, das sich hoch oben im Hadschar-Gebirge in Oman anbahnt.

Die mächtige Hochgebirgskette mit tiefen Can­yons und schroffen Gipfeln zieht sich vom Norden bis zum Osten des Sultanats. Der höchste Berg, der Jabal Shams, misst rund 3.000 Meter. Und eben mitten in diesem Gebirge beherbergt das Fünf-Sterne-Haus Alila Jabal Akhdar Gäste, die das Besondere suchen, neben Entspannung zum Beispiel eine Kletterpartie entlang der zum Hotel gehörenden Via Ferrata. Die lateinische Bezeichnung für Klettersteig bedeutet wörtlich übersetzt „Eisenweg“ und bezeichnet den 
Charakter eines solchen Steigs nur zu gut – wie sich in den nächsten ein bis zwei Stunden 
herausstellen soll.

Zuversicht und Ruhe strahlen die Guides Ayman und Khalfan aus, als sie auf der Terrasse des 
Hotels geduldig Fragen beantworten und beschwichtigen: Ja, der Klettersteig sei für Menschen mit normaler Kondition und guter Tritt-sicherheit sehr gut machbar. Sie erklären, wie Karabiner funktionieren, wie der Helm richtig befestigt wird und welches Bein durch welche Schlaufe gehört, was tatsächlich gar nicht mal so einfach zu erkennen ist.

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Wenige Minuten später geht es gut gesichert zu einem Holzzaun hinter dem Hotel, hinter dem es steil in die Tiefe geht. Noch ist die Motivation der Klettergruppe hoch. Doch als Guide Ayman den Zaun passiert und die Wagemutigen animiert, es ihm gleichzutun, werden die Knie weich. Das Herz pocht immer schneller.

Für einen Rückzieher ist es nun zu spät. Karabiner einhaken, in die Knie gehen, einen Fuß vor den anderen setzen, Karabiner aus- und wieder einhaken, sich am Seil entlang hangeln – so geht es Stück für Stück voran. Schon bald befinden sich die Kletterer in ihrem Rhythmus und lassen auch die Blicke schweifen. Zum Glück: Je später es wird, desto mehr verzieht sich der Nebel und offenbart ein atemberaubendes Panorama.

Etwa die Hälfte der Tour ist geschafft, als es über Metallstufen senkrecht nach oben geht. „Ein Kinderspiel“, mag der ein oder andere noch denken, bevor er sich dicht an einen Felsen gepresst langsam in eine Höhle voran arbeitet. Dort erwartet die Gruppe die wohl größte Herausforderung des Tages: ein Drahtseilakt der Extraklasse. Über eine besondere Brückenkonstruktion geht es über den Abgrund.

Der erste Schritt ist der schwierigste. Das Seil gibt unter der Last des Kletterers etwas nach und beginnt sanft zu schwingen. Tapfer setzt er Fuß vor Fuß, den Blick starr nach vorne auf Ayman gerichtet, der schon auf der anderen Seite wartet. Und dann ist es auch schon geschafft. Glücksgefühle durchfluten den Körper und geben neue Motivation. Die letzten Meter zum Hotel hinauf sind dann tatsächlich ein Kinderspiel.

Von Ute Fiedler

Info: Klettersteige
Neben der Via Ferrata im Alila Al Jabal Akhdar, die Hotel­gästen vorbehalten ist, gibt es eine weitere im Anantara Al Jabal Al Akhdar Resort, mit drei unterschiedlich schwierigen Abschnitten. Auch sie ist ausschließlich für Resortgäste. Besonders beliebt und anspruchsvoll ist ein Klettersteig am Jabal Misht, eine 1.000 Meter
in die Höhe ragende Wand. Ein Klettersteig schließt sich zudem an den bekannten Balcony Walk an. Weitere Infos unter visitoman.om.

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