Thailand: Tradition ist anpassungsfähig

Im Chedi befindet sich die Asche eines Lanna-Königs.
Im Chedi befindet sich die Asche eines Lanna-Königs.

In Chiang Mai sind alle Epochen im Stadtbild präsent

Betende in der Tempelanlage Wat Phra Singh.
Betende in der Tempelanlage Wat Phra Singh.

Wer die Altstadt Chiang Mais zu Fuß oder per Tuk Tuk erkundet, stößt immer wieder auf buddhistische Tempel, denen das Alter an Ruß und Riss der Bausubstanz abzulesen ist. Viele der Gebetshäuer stehen heutzutage eingebettet zwischen Bürohäusern und Einkaufszentren, vor denen junge Thai-Mädchen eiskalte Mango-Shakes schlürfen. Die wie Verstecke zwischen den Einkaufszentren wirkenden Orte der spirituellen Einkehr sind ein Zufluchtsort für die Berufstätigen der achtgrößten Stadt des Landes. Dort findet der Gläubige im Nebel der Räucherstäbchen noch für einige Minuten Ruhe und Besinnlichkeit.

Chiang Mai wähnt sich umgeben von jahrhundertealten Stadtmauern als Spielball zwischen Moderne und Tradition. Wobei der alte Charme schwindet, denn die moderne Glasarchitektur, die leichten Mädchen, die in der Dämmerung an den Straßenecken auf Kundschaft warten und der Schmutz Bangkoks wehen bereits bis hierher in den Norden. Das alte Chiang Mai mit seinen buddhistischen Tempeln und den traditionellen Teak-holzhäusern wird von den Konsumtempeln und der Industrie überschattet. Auch der wachsende Tourismus fordert Tribut: Internet-Cafés, Fußmassagepraxen und gefälschte Adidas-T-Shirts prägen das über 700 Jahre alte Stadtbild entscheidend mit.

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Gerade wegen dieser Hektik zieht es den Chiang-Mai-Besucher während seines durchschnittlich zweitägigen Aufenthalts zu dem Ruhepol der Stadt. An der Hauptstraße Ratchadamnoen Road liegt Wat Phra Singh – der meistbesuchte Buddhisten-Tempel Chiang Mais. Auf dem Gelände ist die klassische nordthailändische-laostische Bauweise – der Lanna-Stil – gut zu studieren. 1345 wurde der Tempel von dem Lanna-König Pa Yo geplant, der die Asche seines Vaters in dem noch heute gut erhaltenen Chedi begraben ließ. Täglich kommen Einheimische zum Wat, um zu entspannen oder zu beten. Wie die alte Thailänderin, die sich auf einer Bank durch einen Stapel Lotterielose kämpft, während eine Bank weiter drei Mönche an einem I-Phone spielen. Tradition ist eben doch anpassungsfähig.

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