Vom Wasser umgeben

Imposante Erscheinung: Dieser vierzig Meter lange und acht Meter hohe liegende Buddha gehörte zum Wat Lokayasutha. Foto: heu

Bangkok ist für die meisten Urlauber der Einstieg in eine Thailandreise. Ein Besuch im Royal Palace, dem ab 1782 erbauten Königspalast, gehört zum Pflichtprogramm. Was viele Reisende nicht wissen: Die Anlage ist im Grunde genommen nur eine Kopie. Ihr Vorbild war ein prachtvoller Palast, der in der früheren Hauptstadt des Königsreichs stand: in Ayutthaya.

Die Stadt, die etwa siebzig Kilometer nördlich von Bangkok liegt, bildete über mehr als vier Jahrhunderte den kulturellen und politischen Mittelpunkt des Landes. Bis sie im Jahr 1767 komplett zerstört wurde, überrannt und niedergebrannt von den Burmesen. Vom historischen Ayutthaya sind nach dieser Zerstörung nur Ruinen geblieben. Doch viele Tempel- und Palastanlagen sind mittlerweile rekonstruiert. Seit dem Jahr 1991 steht der historische Park, der in Ayutthaya entstand, als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco.

Das alte Ayutthaya lag im Grunde genommen auf einer Insel – umgeben von Kanälen sowie den drei Flüssen Chao Phraya, Lopburi und Pasak. In der Regenzeit bildete das Wasser, das außerhalb der Stadtmauern die Felder überflutete, einen natürlichen Schutzwall. So konnte sich Ayutthaya lange Zeit erfolgreich verteidigen. Auf der Flussinsel lag auch eine der wichtigsten Tempelanlagen der Stadt: Wat Mahathat, der „Tempel der großen Reliquie“. Das Heiligtum, in dem im 17. Jahrhundert der oberste Patriarch der thailändischen Buddhisten residierte, ist nicht weit vom ehemaligen Königspalast entfernt.

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Während viele Ruinen in Ayutthaya ruhig und friedlich wirken und zur Kontemplation einladen, ist am Wat Mahathat meist viel Betrieb. Bustouristen aus verschiedenen asiatischen Ländern sowie thailändische Schulkinder wetteifern um die besten Schnappschüsse. Das beliebteste Fotomotiv sind dabei keineswegs die wieder aufgebauten Tempeltürme im kambodschanischen Stil, die Prangs genannt werden, sondern ein Bodhi-Baum, dessen über der Erde sichtbares Wurzelwerk einen steinernen Buddhakopf umschlungen hält.

Im Herbst 2011 war das Wasser, das Ayutthaya von allen Seiten umgibt, nicht wie früher ein Schutz, sondern eine Gefahr. Die jährlichen Überschwemmungen fielen ungemein stark aus. Dämme hielten nicht mehr, Sandsäcke, die zum Schutz der Tempel aufgebaut waren, wurden weggeschwemmt. Wasser drang in die Stadt ein, und die Ruinen standen zum Teil meterhoch unter Wasser. Nur ein einziger Tempel blieb trocken.

Es dauerte bis ins in den Frühsommer, bis die Schäden beseitigt waren. Doch mittlerweile, mehr als ein Jahr nach der großen Flut, ist der historische Park Ayutthaya schön wie eh und je. Und es können auch alle Sehenswürdigkeiten wieder besichtigt werden. Der vierzig Meter lange und acht Meter hohe liegende Buddha, der von Wat Lokayasutha übrig geblieben ist, ebenso wie der westlich der Insel gelegene Wat Chai Watthanaram, ein Tempel mit einem 35 Meter hohen Prang, der von acht Chedis, kleineren Kapellen, umgeben ist. Und natürlich Wat Phra Si San Phet, ein Tempel, der innerhalb des Königspalasts lag und der der schönste und prachtvollste der Stadt gewesen sein soll.

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