Robben und Rhododendron

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Robben sonnen sich auf den Felsbänken in der Bantry Bay.
Der Amor im italienischen Garten hat ein wenig Grünspan angesetzt. Fotos: ah

Unser Boot tuckert zwischen felsigen Mini-Inseln hindurch, auf denen sich Robben in der Sonne aalen. Kameras werden gezückt, Ferngläser ausgepackt, obwohl die putzigen Tiere nur wenige Meter entfernt sind. Der Bootsführer drosselt das Tempo, die Robben lassen sich nicht stören, einige schauen uns sogar ganz neugierig hinterher.

Nachdem wir die Robbenbänke hinter uns gelassen haben, dauert es nicht mehr lange, bis wir an der rund 15 Hektar großen Insel anlegen, die der Gartenliebhaber Annan Pryce im Jahr 1910 dem Britischen Kriegsministerium abkaufte. Er und seine Frau Violet verwandelten mit Hilfe von 100 irischen Arbeitern das karge Eiland – der Boden war so dünn und torfig, dass zunächst tonnenweise Erde vom Festland herübertransportiert werden musste – in ein hübsches Gartenparadies, dessen Name unter Kennern ein fester Begriff ist.

Begünstigt vom Golfstrom wachsen auf Garinish Island, auch Ilnacullin genannt, subtropische und tropische Pflanzen. Rhododendron, Kamelien, Erdbeerbäume, Magnolien, Rosen, Lilien und viele weitere Bäume, Sträucher und Blumen buhlen je nach Jahreszeit um die Aufmerksamkeit der Besucher.

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Die Parkanlage ist in verschiedene Bereiche unterteilt. So gibt es etwa einen Italienischen Garten mit einem hübschen Tempel und einem rechteckigen Seerosenbecken, in dessen Mitte ein grünspanüberzogener Amor auf Opfer wartet. Besucher können auch durch das „Happy Valley“, den „Walled Garden“ oder „The Jungle“ schlendern. Auf der höchsten Stelle der Insel steht ein Martello Tower, ein Wehrturm aus der napoleonischen Ära, wie man ihn an vielen Stellen des ehemaligen British Empire findet.

Atemberaubend ist der Blick von hier oben auf die traumhaft schöne Umgebung der Bantry Bay. Es ist vor allem der Kontrast zur Insel selbst, der Spannung schafft: Hier die parkähnliche, gepflegte Landschaft, dort schroffe Berge, dunkle Wälder, sattgrüne Wiesen, das Meer changiert von Schiefergrau bis Dunkelblau. Nur wenige Kilometer entfernt sieht man die bunten Häuser von Glengarriff. Und irgendwo dazwischen warten schon die Seehunde darauf, dass wir zurückkommen.

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