Schwarze Schafe unter Reiseveranstaltern? ASR fordert Konsequenzen

Der Markt der Reiseveranstalter in Deutschland ist seit Corona kleiner geworden. Dennoch bleibt er mit rund 2.500 Anbietern weiterhin unübersichtlich, vor allem bei kleinen Spezialisten. Und es kommen immer wieder neue Anbieter hinzu, während andere von einem Tag auf den anderen verschwinden.

Reisebüros kennen das Problem – und verlassen sich zumeist auf Veranstalter, die sie kennen und denen sie vertrauen können. Dennoch gibt es immer wieder Überraschungen. Leidtragende sind vor allem direktbuchende Kunden.

Regelmäßige Hinweise auf Verstöße

„Mich erreichen zurzeit monatlich fünf bis zehn Hinweise zu Veranstaltern, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben für Pauschalreisen halten“, berichtet Anke Budde, Präsidentin des Mittelstandsverbands ASR. Dabei gehe es um fehlende Insolvenzabsicherungen, unzulässige Anzahlungen, mangelhafte Reisebedingungen sowie unklare Verantwortlichkeiten gegenüber den Reisenden. Immer wieder fehle auf Homepages zudem das Impressum.  

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Eine Flugbegleiterin in Uniform steht in einem Flugzeug und formt mit ihren Händen ein Herz. Der Innenraum des Flugzeugs ist gut sichtbar.

In vielen Fällen geht es dabei um ausländische Incoming-Agenturen, die als Spezialisten in den deutschen Markt drängen. Immer öfter würden aber auch in Deutschland ansässige Unternehmen und Vereine Pauschalreisen anbieten, „ohne die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten“, kritisiert Anke Budde.

Eine Lupe mit schwarzem Griff liegt auf einem hellblauen Hintergrund und vergrößert ein rotes Warnsymbol in Form eines Dreiecks mit einem Ausrufezeichen.
Der ASR fordert eine Meldestelle für unseriöse Veranstalter. Foto: Sandwish/iStock

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Ein Problem ist dabei, dass es keine klare Definition für einen Veranstalter gibt. Kriminelle Intentionen unterstellt Anke Budde den Anbietern nicht: „Da gibt es einige, die machen ihr Hobby zum Beruf – ohne sich um die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu kümmern.“

Für mittelständische Veranstalter und Reisebüros, die selbst als Veranstalter auftreten, kann dies jedoch problematisch sein, denn es sorge für eine unfaire Konkurrenz, so Anke Budde. Während „ehrliche“ Anbieter „erhebliche Ressourcen in die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben“ investierten, würden andere diese „schlicht ignorieren – oftmals ohne Konsequenzen“, kritisiert die ASR-Präsidentin und fordert: „Wer sich an die Regeln hält, darf nicht länger der Dumme sein.“

Zentrale Meldestelle gefordert

Nach den jüngsten, gehäuften Vorfällen will sie das Thema nun in der Berliner Politik zur Sprache bringen. Konkret fordert der ASR:

  • die Einrichtung einer bundesweiten zentralen Meldestelle für Verstöße gegen das Pauschalreiserecht
  • klare Zuständigkeiten der Behörden für die Bearbeitung solcher Meldungen
  • eine konsequente Ahndung von Verstößen
  • eine engere Zusammenarbeit auf internationaler Ebene