TUI-Chef Ebel im Morgenmagazin: Reisegeschäft trotzt Krisen

Ein Porträt eines Mannes mittleren Alters mit kurzem Haar, der ein dunkelblaues Sakko, ein weißes Hemd und eine gemusterte blaue Krawatte trägt, vor hellem Hintergrund.
TUI-CEO Sebastian Ebel rechnet trotz Widrigkeiten mit einem positiven Abschluss des Geschäftsjahres. Foto: TUI


Trotz geopolitischer Krisen und gestiegener Kosten zeigt sich TUI-Chef Sebastian Ebel im ZDF Morgenmagazin zuversichtlich für 2026. Besonders das starke Last-Minute-Geschäft und attraktive Preise sorgen für eine weiterhin gute Nachfrage.

Auch wenn die Stimmung am Counter verhalten ist – TUI-Chef Sebastian Ebel zeigt sich trotz der geopolitischen Krisen und gestiegener Kosten zuversichtlich für das Geschäftsjahr 2026. Das betonte er einmal mehr am Dienstag (19. August) im Gespräch mit Dunja Hayali im ZDF-Morgenmagazin. Zwar habe der Iran-Krieg im dritten Quartal, von April bis Juni, spürbare Auswirkungen auf das Geschäft gehabt, gleichzeitig habe sich das Last-Minute-Geschäft jedoch überraschend stark entwickelt, vor allem in den vergangenen Wochen. Deshalb rechnet Ebel insgesamt mit einem guten Jahr für den Reisekonzern.

Last-Minute-Buchungen im Aufschwung

Dass die Nachfrage nach Fernreisen infolge des Krieges zurückgegangen sei, habe ihn nicht überrascht, sagt Ebel. Umso bemerkenswerter sei für ihn die Dynamik bei den kurzfristigen Buchungen in den vergangenen Wochen. Einen Grund sieht er im weiterhin attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis vieler Reiseziele.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Auf die schwierige Lage in verschiedenen Urlaubsregionen habe sich TUI nach Ebels Darstellung frühzeitig eingestellt. Der Konzern halte unter anderem Stand-by-Flugzeuge vor, um auf kurzfristige Veränderungen reagieren zu können. Zugleich setze TUI auf eine möglichst große Vielfalt an Reisezielen. Gerade preisgünstige Angebote seien wichtig, damit auch Menschen, die sich einen Urlaub sonst nicht mehr leisten könnten, weiterhin verreisen können. In der Summe habe dies zu einer guten Nachfrage beigetragen.

Preisentwicklung und Sicherheitsfragen

Bei den Preisen sieht Ebel TUI vergleichsweise gut aufgestellt. Der Konzern habe die Treibstoff- und Kerosinpreise abgesichert, sodass es im eigenen Sortiment zu keinen weiteren Preiserhöhungen gekommen sei. Auf der Langstrecke habe es dagegen bereits deutliche Preiserhöhungen gegeben. Rund um das Mittelmeer spiele das nach Ebels Worten keine Rolle.

Auch Sicherheitsfragen wirken sich nach Ebels Einschätzung auf einzelne Buchungsentscheidungen aus. Die klassischen Urlaubsziele seien davon allerdings nicht betroffen. Bei Verbindungen über die Emirate hätten manche Kunden zwar gezögert, doch TUI könne auf Alternativen ausweichen. Ebel verweist etwa auf Direktflüge nach Thailand und auf die Karibik. Am Ende richte sich die Wahl des Reiseziels nach den persönlichen Vorstellungen und dem Budget der Kunden.

Klimaschutz bleibt für TUI relevant

Beim Klimaschutz betont Ebel, TUI halte trotz der aktuellen Herausforderungen an seinen Investitionen fest. Der Konzern habe seine Ausgaben für Klima- und Umweltschutz nicht zurückgefahren. Als Beispiel nennt er die beiden jüngsten Kreuzfahrtschiffe, die mit LNG betrieben werden, das aus Biogas hergestellt wird. Nach Ebels Angaben seien die Fahrten damit zu mehr als 90 Prozent klimaneutral.

Auch bei der Entsorgung von Abwasser und Lebensmittelresten sowie beim Einsatz von Landstrom verweist Ebel auf Maßnahmen des Konzerns. Abwasser und Essensreste würden in den Häfen entsorgt. Die TUI-Schiffe in Deutschland seien auf Landstrom ausgerichtet; bei den noch fehlenden Schiffen solle dies bei den nächsten Aufenthalten umgesetzt werden.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026

Erst vor einer Woche hatte TUI die Zahlen für das vergangene Quartal präsentiert und einen Ausblick auf das Gesamtjahr gegeben. Der Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein bereinigtes EBIT von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro – unter der Annahme, dass es zu keiner wesentlichen Verschärfung der geopolitischen Spannungen kommt und die Treibstoffversorgung gesichert ist. Im Geschäftsjahr 2025 lag das bereinigte EBIT bei 1,4 Milliarden Euro.

TUI-Chef Ebel hatte bereits da betont, dass 2026 „kein normales Jahr“ sei. Jedoch habe sich sein Unternehmen in einem schwierigen globalen Umfeld gut behauptet. „Reisen bleibt für das Leben der Menschen sehr relevant, aber der Zeitpunkt der Reise-Entscheidung hat sich verschoben.“