Air Baltic soll Staatskredit bekommen

Flugstreichungen und gestiegene Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs machen vielen Airlines zu schaffen – offenbar auch Air Baltic. Deshalb soll die lettische Fluggesellschaft nun mit einem staatlichen Kredit unterstützt werden.

Das Foto zeigt das grüne Heck eines Air Baltic Flugzeugs mit dem Schriftzug „Baltic“ vor klarem Himmel und Sonnenschein. Im Vordergrund ist das Seitenleitwerk und ein Teil des Flügels sichtbar.
Der Nahost-Konflikt bringt Air Baltic in die Bredouille. Foto: Air Baltic

Laut einer Mitteilung hat die Regierung des baltischen Landes befürwortet, dem Unternehmen einen kurzfristigen Kredit in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro zu gewähren. Dieses Darlehen sei als vorsorgliche Stabilisierungsmaßnahme gedacht, um die Liquidität und den Betrieb von Air Baltic zu sichern. Hintergrund sei die „erhöhte Unsicherheit im Luftfahrtsektor“ einschließlich der Auswirkungen des Nahost-Konflikts. Das Darlehen müsste noch vom Parlament der Republik Lettland genehmigt werden. Bislang ist laut Airline allerdings unklar, ob der Kredit zur Verfügung gestellt wird.

Lufthansa-Partner kommt ins Schlingern

Daneben ergreift Air Baltic „aktiv Maßnahmen zur Sicherung der Unternehmensstabilität“, darunter die Überprüfung der Rentabilität von Strecken, die Optimierung der Kapazitäten sowie die Ausbalancierung des Betriebs zwischen Linienflügen und dem Wetlease-Segment.

Unabhängig davon führe das Unternehmen seine gewöhnlichen Geschäftsaktivitäten weiterhin fort, versichert Air Baltic. Dies betreffe auch die fristgerechte Rückzahlung von Anleihen im Wert von 380 Millionen Euro bis zum Jahr 2029.

Die mehrheitlich staatliche Airline, an der seit vergangenem Jahr Lufthansa beteiligt ist und die im Europa-Geschäft inzwischen ein wichtiger Partner des deutschen Marktführers ist, steht schon seit Längerem finanziell unter Druck. Lettlands Ministerpräsidentin Evika Silina räumte ein, dass Air Baltic möglicherweise weitere Unterstützung benötigen könnte, etwa durch eine Kapitalerhöhung. Zunächst müsse aber das Management eine angepasste Strategie vorlegen.