Im Herbst läuft das staatliche Hilfsprogramm für Condor aus und bereits seit längerem ist der britische Vermögensverwalter Attestor, der die Airline 2021 mehrheitlich übernommen hatte, auf der Suche nach einem Investor. Dabei kann sich das Condor-Management offenbar auch eine große Airline aus dem arabischen Raum wie Emirates, Etihad oder Qatar Airways vorstellen.

Auch Turkish Airlines ist eine Option
„Das sind ebenfalls starke Anbieter, die sich nach den Erfahrungen mit den USA im Iran-Krieg vielleicht weniger abhängig vom Heimatmarkt machen wollen und auch offen für Partner aus anderen Regionen sein könnten“, sagte Condor-Chef Peter Gerber in einem Gespräch mit dem Magazin Stern. Und er nannte noch eine Alternative: „Zudem gibt es mit Turkish Airlines einen Anbieter, der stark am Wachstum in Europa interessiert ist.“
Ende September steht die Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent der SG Luftfahrtgesellschaft, mit der die öffentliche Hand indirekt an der Airline beteiligt ist, zum Verkauf. Dann könnte Attestor diese Anteile übernehmen. Dazu wird der Wert von Condor bewertet, um zu ermitteln, welcher Preis für eine Komplettübernahme anfallen würde.
Lufthansa kommt nicht in Frage
Der Mehrheitseigner hatte allerdings bereits im vergangenen Jahr eine Prüfung strategischer Optionen für Condor eingeleitet. Dabei werde ein Partner aus der Luftfahrtbranche bevorzugt, hatte Gerber damals erklärt. Der Airline-Berater Gerald Wissel könnte sich auch einen Einstieg eines touristischen Unternehmens gut vorstellen. Deutschlands Marktführer Lufthansa indes kommt aus Wettbewerbsgründen nicht als Käufer in Frage.
Weil Condor durch die Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook und die Corona-Krise wirtschaftlich stark angeschlagen war, hatte der Staat die Fluggesellschaft mit einem Rettungskredit in dreistelliger Millionenhöhe gestützt und wurde zum Miteigentümer des Unternehmens. Inzwischen hat Condor nach eigenen Angaben die Schulden vollständig beglichen.



