An Baustellen mangelt es der Deutschen Bahn wahrlich nicht. Jetzt laboriert der Konzern noch an einer weiteren, die ebenso kurios wie ärgerlich für Zugreisende ist: defekte Rolltreppen.

Bundesweit 130 Rolltreppen betroffen
Seit Donnerstag vergangener Woche stehen an verschiedenen Bahnhöfen in Deutschland Rolltreppen still – etwa an den Berliner Knotenpunkten Hauptbahnhof und Südkreuz, wie unter anderem die Berliner Zeitung berichtet. Laut DB sind aber auch Treppen in Frankfurt am Main, am Flughafen Köln/Bonn Flughafen und einige in Dresden, Essen, Hamburg und Düsseldorf betroffen – bundesweit 130 Stück.
Der Grund: Die Bahn muss die betroffenen Rolltreppen wegen möglicher Defekte einer kurzfristigen Kontrolle unterziehen. Da der gleiche Bautyp des Herstellers neben Berlin an weiteren Bahnhöfen im Einsatz sind, sperrte die DB diese nach eigenen Angaben vorsorglich ab. Die Folge: Fahrgäste müssen ihre Koffer auf herkömmlichen Treppen rauf- und runterschleppen, die Aufzüge sind mobilitätseingeschränkten Reisenden vorbehalten.
Die DB arbeitet „unter Hochdruck“
Am späten Freitagnachmittag kam dann per Pressemitteilung die frohe Kunde: Ab Samstag sollen die ersten Rolltreppen in Berlin wieder in Betrieb gehen. Und Katja Hüske, verantwortlich für die Personenbahnhöfe bei der DB-Tochter Infra Go beteuerte: „Wir arbeiten eng im Schulterschluss mit dem Hersteller unter Hochdruck an den bereits laufenden und anstehenden Prüfungen.“ Dazu seien sogar „Ad-hoc-Kräfte“ zugesagt worden.
Immerhin: Am Sonntag habe „nahezu die Hälfte“ der Rolltreppen im Hauptbahnhof wieder funktioniert, sagte eine Bahn-Sprecherin dem Nachrichtenportal RBB 24. Demgegenüber berichtet allerdings die Berliner Zeitung, dass auch am Montag die meisten Rolltreppen in den Bahnhöfen noch nicht wieder in Betrieb waren. Wann dies wieder der Fall ist, konnte die Bahn auf Anfrage nicht sagen.
„Dit is Berlin“
Und die Kunden? Überwiegend genervt und wütend, sowohl über die Länge der Störung als auch über die – mal wieder – ausbaufähige Kommunikation seitens der Deutschen Bahn. Andere hingegen zeigen sich eher entspannt, so auch ein ein freundlicher Fahrgast: „Dit is Berlin. Wir haben uns ja an so was gewöhnt.“


