Deutsche Bahn: Agenturvertrieb bleibt wichtig

Stefanie Berk, Vertriebs- und Marketing-Managerin der Deutschen Bahn, steht im Jackett vor einem ICE
DB-Managerin Stefanie Berk sieht weiterhin Potenzial im Reisebüro-Vertrieb. Foto: Deutsche Bahn

Trotz des strammen Digitalisierungskurses hält die Deutsche Bahn weiterhin am stationären Vertrieb fest. „Es gibt immer noch viele Agenturen, die gut und erfolgreich Bahntickets verkaufen. Daher ist es wichtig, in der Fläche weiterhin in den Reisebüros vertreten zu sein“, betont Stefanie Berk, Marketing- und Vertriebschefin bei DB Fernverkehr, im Interview mit touristik aktuell.

Dabei setzt die Bahn insbesondere auf das 2023 live gegangene Buchungsportal Bahn Easy. „Wir sehen hier Wachstum. Über 800 Reisebüros sind bei Bahn Easy registriert, weil sie mit diesem Tool einfach und intuitiv die beliebtesten Produkte verkaufen können“, berichtet Berk. Das habe „sicherlich dazu beigetragen, dass sich die Gesamtzahl der DB Agenturen bei mehr als 1.700 stabilisiert hat“.

Service-Entgelte statt Provisionen „völlig normal“

Dies ist erstaunlich – umso mehr, weil der DB-Konzern der Mehrheit seiner Reisebüro-Partner seit zwei Jahren keine Provision mehr zahlt. Stefanie Berk verteidigt diese Entscheidung: „Wir folgen da nur einer Praxis, die bei Airlines seit vielen Jahren gängig ist. Inzwischen hat auch bei den Reisebüros und ihren Kunden ein Umdenken stattgefunden: Service-Entgelte zu erheben, ist heute völlig normal, und letztlich fahren die Agenturen damit besser als mit den Provisionssätzen.“

Um den Verkauf von Bahntickets am Counter, der im Fernverkehrsbereich nur noch im einstelligen Prozentbereich liegt, wieder in Schwung zu bringen, setzt Vertriebsexpertin Berk auf die Reisebranche. „Wir hoffen, dass sich die Touristik künftig wieder mehr mit Bahnreisepaketen als Alternative zu immer teurer werdenden Flügen beschäftigt.“ Mit dem neuen Vergleichsportal Bahnundhotel.com für Pauschalreisen habe man zusammen mit den Veranstaltern Ameropa und Dertour bereits einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht.

Das ausführliche Interview mit der ehemaligen Thomas-Cook-Managerin Stefanie Berk, in dem es auch um die Themen Pünktlichkeit, Streckensanierungen und Kundenzufriedenheit geht, lesen Sie in der aktuellen ITB-Ausgabe von touristik aktuell, die auch als E-Paper erhältlich ist.

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