Fischer Air: Firmenpleite und Betrugsanklage


Der Neustart von Fischer Air ist wohl endgültig gescheitert: Das Unternehmen von Touristik-Veteran Vaclav Fischer ist laut einem Zeitungsbericht pleite.

Auf dem Bild ist ein weißes Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Fischer Air im Flug zu sehen, deutlich erkennbar durch das große Firmenlogo auf dem Winglet und dem Rumpf. Das Flugzeugmodell ist eine Boeing 737-800, die vor blauem Himmel abgebildet ist.

Neustart gescheitert: Die Airline-Neugründung von Touristik-Veteran Vaclav Fischer ist laut einem Zeitungsbericht pleite.

Dass aus dem Neustart von Fischer Air wahrscheinlich nichts mehr wird, ist schon seit Monaten klar. Nun bestätigt sich nicht nur, dass der Neustart des Unternehmens von Vaclav Fischer gescheitert ist – gegen den bekannten deutsch-tschechischen Reiseunternehmer ist auch Anklage wegen Betrugs erhoben worden.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat das Amtsgericht Hamburg ein Insolvenzverfahren der Hamburger Firma „A.M.F. Aircraftleasing Meier & Fischer GmbH & Co. KG“, die auf der inzwischen nicht mehr erreichbaren Seite von Fischer Air und Fischer Reisen im Impressum angegeben war, „mangels Masse“ abgelehnt. Das heißt: Das Vermögen der 1997 gegründeten Leasing-Firma habe nicht einmal für die Kosten eines Insolvenzverfahrens ausgereicht.

Die Zeitung hatte schon im Frühjahr über die dramatische Finanzlage berichtet. Laut der letzten veröffentlichten Bilanz für das Jahr 2020 steckte Fischers Unternehmen damals mit rund 20 Millionen Euro in den roten Zahlen. Die Firma spielte wohl eine wichtige Rolle, als Fischer bereits in den 1990er Jahren eine tschechische Fluglinie namens Fischer Air gründete. 2005 ging bereits diese Airline pleite.

Mit der Insolvenz der Hamburger Leasingfirma dürfte der Neustart von Fischer Air endgültig gescheitert sein. Der Gründer von Fischer Reisen hatte diesen vor einem Jahr angekündigt. Vor allem vom nordhessischen Regionalflughafen Kassel-Calden sollten seine Urlaubsflieger starten, aber auch ab Hamburg und Friedrichshafen.

Anklage wegen Sozialbetrugs

Allerdings gab es durch immer wieder verschobene Flüge, Ticketstornierungen und ein insgesamt dubioses Geschäftsgebaren viel Wirbel rund um die Neugründung. Dazu kommt ein Rechtsstreit mit Dertour um Markenrechte, bei dem der Reisekonzern nach eigenen Angaben bereits ein Gerichtsverfahren gewonnen und entsprechende Verfügungen erwirkt hat.

Aber es scheint für den 71-jährigen Touristik-Veteran Vaclav Fischer noch dicker zu kommen. Laut dem Bild-Bericht hat die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage „wegen des Verdachts des vollendeten gewerbsmäßigen Betruges in drei Fällen und des versuchten gewerbsmäßigen Betruges in 29 Fällen erhoben“. Dabei geht es um unrechtmäßig erhaltene Zahlungen von Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträgen im Zeitraum von Frühjahr 2021 bis August 2022. In dieser Sache waren bereits zu Jahresbeginn Ermittlungsverfahren bekannt geworden.

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