
Steigende Kerosinkosten setzen die Airlines unter Druck: Condor-Chef Peter Gerber erwartet für 2027 höhere Ticketpreise. Zugleich fordert er politische Entlastungen.
Fliegen dürfte für Reisende im kommenden Jahr erneut teurer werden. Condor-Chef Peter Gerber rechnet laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA angesichts der weiterhin hohen Kerosinpreise und der angespannten geopolitischen Lage nicht mit einer deutlichen Entlastung bei den Treibstoffkosten. Zugleich fordert er die Bundesregierung auf, die Kosten für den Luftverkehrsstandort Deutschland zu senken.
„Fliegen wird für alle teurer“, sagte Gerber bei einer Luftverkehrsveranstaltung in Frankfurt am Main. Für das kommende Jahr erwarte er wegen der weiterhin angespannten Lage am Persischen Golf keine sinkenden Kerosinpreise. Die höheren Kosten dürften sich damit auch auf die Ticketpreise auswirken.
Einfluss der Politik auf die Flugpreise
Gerber sieht dem Bericht zufolge allerdings nicht allein die Airlines in der Verantwortung. Aus seiner Sicht muss auch die Politik handeln und die hohen Standortkosten des Luftverkehrs in Deutschland reduzieren. „Für die Bürger ist Fliegen kein Luxusgut, sondern Teil der Infrastruktur. Und wir schulden ihnen, dass das auch funktioniert“, sagte der Condor-Chef.
Die zuletzt beschlossene Senkung der Luftverkehrsteuer sei aus seiner Sicht lediglich ein erster Schritt. Gerber plädiert dafür, die Steuer nach dem Vorbild Schwedens vollständig abzuschaffen. Dies könnte zu mehr Luftverkehr und letztlich sogar zu höheren staatlichen Einnahmen führen.
Forderungen an die Flugsicherung
Auch bei den Kosten der Flugsicherung sieht der Condor-Chef Handlungsbedarf. Er unterstützt den Vorschlag der Deutschen Flugsicherung, wonach der Staat ein Viertel der Kosten für die Fluglotsen als Basisfinanzierung übernehmen sollte.
Die Kerosinpreise sind seit Jahresbeginn infolge geopolitischer Krisen deutlich gestiegen und unterliegen starken Schwankungen. Nach dem bisherigen Höchststand im Frühjahr haben sie sich zuletzt zwar wieder etwas abgeschwächt, liegen aber weiterhin auf einem hohen Niveau.
Kerosinpreise bleiben ein Unsicherheitsfaktor
Damit bleibt der Treibstoffpreis ein wichtiger Faktor für die Kalkulation der Airlines. Die Branche betont zugleich, dass steigende Kerosinkosten nicht automatisch und in gleichem Umfang an die Passagiere weitergegeben werden. Fluggesellschaften kalkulieren ihre Preise dynamisch und berücksichtigen neben den Treibstoffkosten unter anderem Strecke, Saison und Nachfrage.



