Raiffeisen Touristik Group tüftelt an KI-Lösungen im Future Lab

Eine digitale Grafik zeigt ein leuchtendes Gehirn-Symbol mit AI-Schriftzug, umgeben von kreisförmigen Datenanzeigen und technologischen Schnittstellen-Icons.
Im Future Lab tüfteln bei RTG Experten an KI gestützte Lösungen, die Reisebüros den Alltag erleichtern sollen. Foto: KanawatTH/iStock

Die Raiffeisen Touristik Group treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Reisevertrieb voran. Mit Future Lab, Smart Data und Anwendungen wie Toni und Mia sollen Reisebüros bei Beratung, Service, Marketing und Kundenkommunikation entlastet werden.

Die Raiffeisen Touristik Group (RTG) will Künstliche Intelligenz (KI) und Smart Data stärker im Reisevertrieb verankern. Ziel ist ein vernetztes System, das Reisebüros bei Beratung, Marketing, Kundenkommunikation und internen Abläufen unterstützt.

„KI bringt für die Touristik zahlreiche Herausforderungen mit sich, eröffnet aber gleichzeitig enorme Chancen. Unser Ziel ist es, KI sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren und daraus echten Mehrwert für unsere Reisebüros, Mitarbeitenden und Kunden zu schaffen“, sagt Lars Helmreich, Geschäftsführer Reiseland und RTK. Technologie dürfe dabei kein Selbstzweck sein. Sie soll den Menschen die Arbeit erleichtern und die Qualität von Beratung und Service verbessern.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

KI-gestützte Anwendungen im Future Lab

Eine zentrale Rolle übernimmt das neu geschaffene Future Lab unter der Leitung von Rainer Gnyp. Dort werden KI-gestützte Anwendungen zunächst praxisnah getestet – etwa für Webseiten, personalisierte Angebote, Content und automatisierte Prozesse. „Entscheidend ist, dass neue Lösungen den Reisebüros im Alltag helfen, Prozesse vereinfachen und Freiräume für die persönliche Beratung schaffen“, so Gnyp.

Parallel baut die RTG ihre Smart-Data-Infrastruktur aus. Anonymisierte Markt- und Nachfragedaten sollen dabei helfen, Trends früher zu erkennen und Kunden gezielter anzusprechen. Datenschutz und Compliance sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.

Digitale Assistenten: Toni und Mia

Mit dem digitalen Assistenten Toni sind bereits konkrete Anwendungen im Einsatz. Er unterstützt unter anderem bei Concierge-Mails, der Reaktivierung von Bestandskunden und der Kundenkommunikation. Als B2B-Voicebot kann Toni zudem Anfragen von Reisebüro-Partnern außerhalb der Geschäftszeiten entgegennehmen und dokumentieren.

Mit der Voice-KI Mia testet die RTG gemeinsam mit Holologix.ai einen weiteren Ansatz. Die Anwendung soll Service- und Buchungsanfragen von Reisebüros an Veranstalter automatisieren. Ein KI-Krisenmanager soll zudem Reise- und Sicherheitshinweise bei Ereignissen wie Naturkatastrophen oder Flugstörungen auswerten.

Einsatz von KI im Marketing und der Qualifizierung

Auch im Marketing kommt KI zum Einsatz. Gemeinsam mit Viralspoon werden Social-Media-Inhalte für Reisebüros vorbereitet und individualisiert. Nach Unternehmensangaben nutzen den Ansatz bereits mehr als 200 Agenturen.

Neben der Technologie setzt die RTG auf Qualifizierung. Schulungen und Formate wie KI-Cafés sollen Mitarbeitern und Vertriebspartnern helfen, die neuen Werkzeuge sinnvoll einzusetzen. „Technologie allein schafft noch keinen Fortschritt“, betont Thomas Bösl, Geschäftsführer der RTK und QTA-Sprecher. Entscheidend seien Wissen, Vertrauen und der praktische Einsatz. KI sollte nicht als Ersatz für persönliche Beratung verstanden werden, sondern als Werkzeug, das Reisebüros von Routinetätigkeiten entlastet und ihnen mehr Zeit für ihre Kunden verschafft.