Frankfurt VIP Terminal: Luxus ohne Flughafenstress

Im Frankfurter VIP Terminal wird der Flughafen zur Nebensache: Persönliche Betreuung, private Suiten und Limousinen bringen Reisende direkt zum Flugzeug. Ein Blick hinter die Kulissen eines Services, bei dem Diskretion und Komfort an erster Stelle stehen.

Ein eleganter Hotel-Loungebereich mit runden Tischen, gepolsterten Stühlen, einer Bar im Hintergrund und einer dekorativen Kugel-Lichterkette an der Decke.
Die Lounge ist das Herzstück des VIP-Terminals am Flughafen Frankfurt am Main. Foto: Fraport

Ein Pianist spielt leise am Flügel, warmes Licht fällt auf die Bar, der Service bringt Getränke an den Tisch. Es ist Abend im Frankfurter VIP Terminal, draußen läuft der Flughafenbetrieb. Doch hinter den Türen dieses abgeschirmten Bereichs wirkt er weit weg.

Man könnte denken, man wäre in der Bar eines eleganten Hotels und nicht direkt neben einer der größten Luftverkehrsdrehscheiben Europas.

Genau das ist das Konzept. „Was fehlt in diesem Raum? Flughafen“, sagt Dennis Schneider, Head of Sales bei den Frankfurt Airport VIP-Services, während der Führung: die „komplette Abwesenheit des Flughafens“.

Das Terminal ist deshalb mehr als eine hochwertige Lounge. Statt sich durch Abflughalle, Sicherheitskontrolle und Gate zu bewegen, werden die Gäste von einem persönlichen VIP-Agenten begleitet. Check-in, Gepäck sowie Sicherheits- und Passkontrollen finden im separaten Gebäude statt, die Reisenden bleiben abseits der öffentlichen Passagierströme. Der Service kann für Abflug, Ankunft oder Umstieg gebucht werden – unabhängig von Airline und Reiseklasse.

„Vom roten Teppich zum Flieger, ohne dass man auch nur einmal Kontakt zum Flughafen hat“, beschreibt Schneider das Versprechen.

Eleganz und Privatsphäre

Die Idee setzt sich in der Gestaltung fort. Die Räume sind eher Hotellerie als Terminal: gedämpfte Beleuchtung, Loungesessel, Bar, Restaurant und private Rückzugsorte. Für Gäste, die noch mehr Privatsphäre wünschen, gibt es Suiten. Auch Konferenzräume sind buchbar.

Eine unerwartet verspielte Seite des Hauses liegt im Untergeschoss. Dort stehen Retro-Arcade-Automaten. Lounge-Managerin Helliana Lössner erzählt, dass sie einen Liebhaber alter Spielautomaten im Internet gesucht habe, der die Geräte repariert, wenn sie einmal ausfallen.

Diskretion und prominente Gäste

Es ist ein kleines Detail, das gut zur Atmosphäre passt: Der Luxus soll nicht kühl oder geschniegelt wirken, sondern persönlich und mitunter auch ein wenig überraschend. Diskretion ist dabei zentral. „Nennen Sie mir eine prominente Persönlichkeit. Wahrscheinlich war sie schon hier“, sagt Lössner mit einem Lächeln. Namen nennt sie trotzdem nicht.

Ein Linkedin-Post des Flughafens verrät allerdings, dass sich unter den Gästen bereits Cher, Arnold Schwarzenegger, Snoop Dogg und Bastian Schweinsteiger befanden. Am liebsten betreue sie Protokollbesuche, erzählt Lössner. Die präzise Organisation, die besonderen Abläufe und die nötige Diskretion reizten sie daran. So seien auch zahlreiche Staats- und Regierungsvertreter bereits zu Gast gewesen.

Nicht nur für Prominente

Das Publikum besteht allerdings nicht nur aus Promis, Politikern und Topmanagern. „Wir haben auch Kunden, die Economy fliegen“, sagt Helliana Lössner. Gerade ältere Menschen nutzten das Angebot gern, weil sie von der Ankunft am Flughafen bis zum Sitz im Flugzeug durchgehend begleitet werden.


Wer weite Wege, Gedränge und die mitunter anstrengende Orientierung in großen Terminals vermeiden möchte, kauft damit nicht nur Luxus, sondern vor allem Entlastung. Ganz preiswert ist das freilich nicht: Für einen Passagier fallen ab 545 Euro an. Immerhin: Für weitere Personen gibt es vergünstigte Preise.

Komfort für Familien und Haustiere

Auch Familien und Reisende mit Haustieren gehören zur Zielgruppe. Hunde und Kinder seien willkommen. Erst am Vortag habe man einen großen Schäferhund aus den USA betreut. Gerade für Tiere könne es angenehm sein, nicht durch die großen, lauten Hallen geführt werden zu müssen. Für Reisen mit Haustieren ist allerdings eine eigene Suite erforderlich.

Wenn es ans Boarding geht, steigt man nicht in den Flughafen-Bus. Stattdessen bringt eine Limousine die Gäste über das Vorfeld direkt zur Maschine. Zum Fuhrpark gehören unter anderem Fahrzeuge von Bentley und Maybach; auch ein gepanzerter Rolls-Royce steht für besondere Anforderungen bereit.

Draußen blinken die Anzeigetafeln, Rollkoffer rattern durch die Hallen und auf dem Vorfeld starten die nächsten Maschinen. Drinnen spielt der Pianist weiter. Für die Gäste des VIP Terminals bleibt der Flughafen vor allem Kulisse für eine Reise, deren organisatorische Seiten andere übernehmen. Oder, wie Dennis Schneider es formuliert: „Wir haben den Flughafen weg gezaubert mit diesem Produkt.“

Im Juni hatten mehrere Touristiker im Zuge der Reihe „Bentour Select Moments“ das Terminal besichtigt.

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