Warum die Buchung im Reisebüro nach wie vor die wohl sicherste Wahl ist, zeigt eine aktuelle Studie des Sicherheitsunternehmens McAfee: Der digitale Buchungsdruck wächst, und mit ihm das Risiko, auf Betrugsmaschen hereinzufallen. Fast jede zweite Person unter den Befragten (48 Prozent) ist demnach bereits Opfer von Reisebetrug geworden.
91 Prozent sagen, dass sie sich bei der Buchung unter Druck gesetzt fühlen, schnell entscheiden zu müssen. Genau dieser Zeitdruck spielt Betrügern in die Hände. 35 Prozent der Reisenden geben an, Warnsignale ignoriert zu haben, um ein vermeintliches Schnäppchen nicht zu verpassen. „Wenn die Preise hoch sind und die Verfügbarkeit knapp erscheint, handeln Menschen aus psychologischen Gründen unüberlegter“, sagt Abhishek Karnik, Leiter der Bedrohungsforschung bei McAfee. Gerade bei stark rabattierten oder besonders dringlich wirkenden Angeboten sinke die Hemmschwelle, unbesehen zu klicken.
Täuschend echt, oft teuer
Erschwert wird die Lage durch neue technische Möglichkeiten. 56 Prozent der Befragten sagen, dass KI-generierte Inhalte Reisebetrug schwerer erkennbar machen als klassische Maschen. Genannt werden etwa gefälschte Nachrichten im Namen bekannter Reiseanbieter, manipulierte Buchungsseiten oder Fake-QR-Codes. Besonders häufig nannten Betroffene gefälschte Buchungsbestätigungen, falsche Ferienwohnungsanzeigen und angebliche Sonderaktionen. Wie sich Betrugsmaschen speziell bei Ferienunterkünften weiterentwickeln, zeigt auch unser Beitrag „Airbnb-Betrug steigt laut Untersuchungen – mit Stellungnahme“.
Für Reisende kann das teuer werden: 36 Prozent der Opfer berichten von finanziellem Schaden, fast die Hälfte von ihnen verlor mehr als 500 Euro. Auch unterwegs bleiben viele angreifbar: 77 Prozent scannen auf Reisen QR-Codes, 87 Prozent nutzen öffentliche WLAN-Netze. Zudem vertrauen 35 Prozent Nachrichten, die scheinbar von Hotels oder Fluggesellschaften stammen, ohne sie zu überprüfen. Als besonders anfällig gelten der Studie zufolge Männer und Menschen unter 45 Jahren, die günstige Angebote häufiger buchen, ohne deren Seriosität vorab zu prüfen.




