Mallorca: Neue Proteste gegen Massentourismus

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Grafik mit einem Fußball und einem Hintergrund in Türkis, der geometrische Linien und die Zahl vier zeigt.

Auf Mallorca formiert sich neuer Widerstand gegen die Folgen des Massentourismus. Wie das Mallorca Magazin berichtet, haben rund 50 soziale Organisationen unter dem Dach der Bürgerplattform „Menys Turisme, més vida“ („Weniger Tourismus, mehr Leben“) zu einer Großdemonstration am 26. Juli in Palma aufgerufen. Ziel sei es, mit einer möglichst breiten Mobilisierung auf die Auswirkungen des Tourismus auf Wohnraum, Infrastruktur und Lebensqualität aufmerksam zu machen. Man wolle Palma lahmlegen.

Laut Mallorca Magazin rechnen die Organisatoren mit einer Beteiligung, die die Proteste der vergangenen Jahre übertreffen könnte. Bereits 2024 waren zunächst rund 10.000 und später mehr als 20.000 Menschen in Palma gegen die aus ihrer Sicht negativen Folgen des Tourismusmodells auf die Straße gegangen.

Nach Angaben der Initiative verschärfen vor allem steigende Wohnkosten und die zunehmende Verbreitung touristischer Ferienvermietungen die Situation für viele Einheimische. Die Organisatoren sprechen von einem zunehmend angespannten Sommer und verweisen zudem auf die erwarteten Besucherströme rund um die totale Sonnenfinsternis am 12. August. „Wir erwarten einen sehr schwierigen Sommer für die Mallorquiner“, erklärte der Sprecher der Initiative, David Comas, gegenüber dem Magazin. Für den Tag der Sonnenfinsternis seien die Hotels bereits komplett ausgebucht – „das wird die Insel vollständig überlasten.“

Kritiker: Mallorca verkomme zum „Vergnügungspark“

Gleichzeitig kritisierte er, dass sich trotz der beiden Großdemonstrationen in den vergangenen Jahren die Lebensbedingungen der Einwohner weiter verschlechtert haben. Darüber hinaus habe sich Mallorca in einen „Vergnügungspark“ verwandelt, in dem das Recht zu leben verletzt werde, zitiert das Mallorca Magazin. Die Bevölkerung sei daher zunehmend frustriert.

Blick auf die Kathedrale von Palma de Mallorca, umgeben von Palmen und Wasser, unter einem klaren blauen Himmel mit wenigen Wolken.
Ruhe vor dem Sturm: 50 Organisationen rufen am 26. Juli zu Massenprotesten in Palma auf. Foto: arcady_31/iStock


Vor der zentralen Demonstration Ende Juli sind weitere Protestaktionen auf Mallorca geplant. Mit den Aktionen wollen die Organisatoren den politischen Druck erhöhen und eine Debatte über die zukünftige Tourismusentwicklung der Balearen forcieren.

Nicht nur auf Mallorca kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Demonstrationen gegen den Massentourismus. Auch unter anderem auf den Kanaren, in Barcelona und Malaga machten Demonstranten ihrem Unmut Luft. Sie kritisierten unter anderem, dass nur eine Minderheit von den Einnahmen aus dem Tourismus profitiere und sich die Lage für die meisten Einheimischen verschlechtere.