Overtourism: Japanische Stadt sagt Kirschblütenfest ab

Wegen Massentourismus und rücksichtsloser Touristen hat die japanische Stadt Fujiyoshida ihr Kirschblütenfest abgesagt. „Um die Würde und das Lebensumfeld unserer Bürger zu schützen, haben wir beschlossen, das zehn Jahre alte Festival zu beenden“, zitieren verschiedene Medien Bürgermeister Shigeru Horiuchi. Fujiyoshida liegt etwa zwei Stunden von Tokio entfernt am Fuße des Fuji und zählt rund 50.000 Einwohner.

Kirschblütenbäume in voller Blüte säumen einen schmalen Kanal in Japan, rosa Blüten bilden ein dichtes Dach über dem Wasser, entlang des Ufers hängen farbige Papierlaternen.
Gerade zur Zeit der Kirschblüte reisen besonders viele Touristen nach Japan. Foto: magicflute002/iStock

Laut Horiuchi ist das „ruhige Leben“ der Bewohner Fujiyoshidas durch die vielen Touristen bedroht. Man habe zwar das Festival abgesagt, jedoch bleibe der Park, in dem das Festival bislang stattfand, während der Kirschblüte geöffnet. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Stadt laut Medienberichten rund 200.000 Besucher zur Kirschblütenzeit.

Hanami bei Touristen besonders beliebt

Gerade diese Jahreszeit ist bei Touristen besonders beliebt. Im ganzen Land werden Feste gefeiert, die auch als Hanami bezeichnet werden, was auf Deutsch „Blumenbetrachtung“ bedeutet. Die Blütezeit ist von Region zu Region verschieden und vom Wetter abhängig. Sie beginnt meist im März und kann bis in den Mai hineinreichen.

Historikern zufolge gibt es Hanami bereits seit mehr als 1.000 Jahren. Sie sind fest in der japanischen Kultur verankert. Die Kirschblüte, auf japanisch Sakura, wird gefeiert, um den Frühling willkommen zu heißen und mit ihm eine neue Zeit, die geprägt ist von Optimismus.

2025 verzeichnete Japan einen neuen Besucherrekord

In Japan gibt es zahlreiche Kirschblütenfeste. Japan Airlines hat auf der eigenen Webseite einen Überblick über die schönsten zusammengestellt. Diese werden laut JAL unter anderem im Schlosspark in Osaka zelebriert, am Berg Yoshino, in Ueno, in Tsuruoka und in Odawara.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Japan insgesamt rund 43 Millionen Touristen und damit knapp sechs Millionen mehr als noch im Jahr 2024. Ein Grund für den neuen Besucherrekord dürfte der schwache Yen sein.