Eine schwere Unwetterfront über dem zentralen Mittelmeer hat laut Medienberichten zu erheblichen Einschränkungen in der Ägäis und auf der griechischen Insel Kreta geführt. Behörden warnten die Bevölkerung per SMS, möglichst in den Häusern zu bleiben. Meteorologen erwarten bis zum Abend massive Regenfälle.
Auf Kreta kommen zu den stürmischen Bedingungen auch extrem hohe Feinstaubwerte durch Saharastaub hinzu, die das Atmen erschweren. Der Staub färbte am Mittwoch den Himmel blutrot, wie die ehemalige ta-Kollegin Petra Zibuschka berichtet. Sie schickte Fotos aus dem kleinen Küstenort Kalamaki, die zeigen, wie sich der Himmel im Laufe des Mittwochs färbte. „Ohne Filter“, versicherte sie.




Ein Video des YouTube-Users „It’s me Alex“ zeigt außergewöhnliche Aufnahmen aus Rethymno, einer Hafenstadt im Norden Kretas.
Durch das Wetterphänomen ist auch der Flugverkehr gestört: Verbindungen wurden gestrichen oder umgeleitet. Auf Kreta, den Kykladen und mehreren Dodekanes-Inseln wie Mykonos, Paros, Rhodos und Kos bleiben die Schulen geschlossen, der Unterricht findet online statt. Das berichtet unter anderem das griechische Portal e-mesara.gr.
Auch der Fährverkehr ist laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung stark betroffen. Viele Verbindungen wurden eingestellt, da Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde und meterhohe Wellen die Schifffahrt gefährden. Laut Prognosen soll das Unwetter bis Donnerstagabend anhalten.
Saharastaub auch in Deutschland
Dass Saharastaub bis nach Europa gelangt, ist keine Seltenheit. Stürme in der Wüste wirbeln feine Sandpartikel auf, die anschließend von kräftigen Winden nach Norden transportiert werden. In höheren Luftschichten erreichen die mit Mineralstaub angereicherten Luftmassen schließlich auch Mitteleuropa und damit Deutschland.
Laut ARD alpha zieht Wüstenstaub etwa fünf- bis 15-mal pro Jahr aus der Sahara über Marokko und Frankreich nach Deutschland – vor allem im Frühjahr und Sommer.
Da der Staub aus sehr feinen Partikeln besteht, die in die Lunge gelangen können, kann er bei Allergikern und Asthmatikern Atemwegsprobleme auslösen. Betroffene sollten sich daher möglichst in geschlossenen Räumen aufhalten.


