Städtetourismus: Mehr Qualität statt nur Quantität

Im öffentlichen Raum von Ljubljana hat es viele Investitionen gegeben, die ohne Tourismus nicht möglich gewesen wären
Im öffentlichen Raum von Ljubljana hat es viele Investitionen gegeben, die ohne Tourismus nicht möglich gewesen wären. Foto: kasto80/istockphoto

Es geht um einen positiveren Einfluss von Tourismus auf die Städte Europas: Unter dem neuen Slogan „Welcoming We-Generation“ will sich die City Destination Alliance dafür einsetzen, die negativen Folgen des Tourismus vor allem im Städtereisensegment zu minimieren und im Idealfall sogar ins Positive zu drehen.

Tourismus im Einklang mit den Menschen vor Ort

In Zeiten des zurückkehrenden Overtourism werde es immer wichtiger, einstige Wachstumsstrategien auf den Prüfstand zu stellen und gleichzeitig die Vorteile des Tourismus sowohl bei der Entwicklung der Städte als auch für ihre Einwohner stärker in den Vordergrund zu rücken. Dafür wolle man die öffentliche Kommunikation verbessern und konkrete Projekte anstoßen, kündigte Flavie de Bueil-Baudot, COO der Allianz, auf der Event- und Kongress-Messe Imex in Frankfurt am Main an.

„Den Städten etwas zurückgeben“

Darüber hinaus setzt die Allianz darauf, den Austausch mit der Politik zu intensivieren. „Viele Städte stehen für Innovationen, von denen auch der Tourismus profitiert. Unser Netzwerk soll helfen, Lösungen zu finden, wie der Tourismus den Städten und ihren Einwohnern auch etwas zurückgeben kann“, betonte Michael Otremba, Chef von Hamburg Tourismus, während der Pressekonferenz. Es gehe darum, die Menschen vor Ort enger einzubinden und ihnen die Vorteile des Tourismus aufzuzeigen.

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Ljubljana: Tourismus half bei Stadtentwicklung

Wie das aussehen kann, zeigt das Beispiel Ljubljana. Dort habe es im öffentlichen Raum viele Investitionen gegeben, die ohne Tourismus nicht möglich gewesen wären, berichtet Petra Stusek, Geschäftsführerin von Ljubljana Tourism. Zudem würden der Tourismus und auch die MICE-Branche dabei helfen, die lokale Wirtschaft zu stärken.

Qualität statt Quantität

Für die Mitglieder der Allianz, zu der 111 Städte in 38 Ländern gehören, ist klar, dass viele Städte und Gemeinden kein weiteres Wachstum des Tourismus verkraften. Es gehe um Qualität und nicht mehr um Quantität. Dafür werde die City Destination Alliance fortan auch stärker mit Destination Management Organisationen (DMO) zusammenarbeiten. Sowohl das Stadt-Marketing als auch „die Arbeit der DMO“ müssten sich „verändern und nachhaltiger werden“, fordert Hamburg-Experte Michael Otremba.

Auch Kiew und Lviv Teil der Allianz

Zu den Mitgliedern der Allianz gehören neben Hamburg, Ljubljana und Dublin unter anderem auch London, Edinburgh, Lissabon, Madrid, Vilnius, Kopenhagen, Istanbul, Berlin, Rom und Athen.

Auch Kiew und Lviv (Lemberg) sind nach wie vor Mitglied. Obwohl für sie das Thema Tourismus zurzeit wenig aktuell ist, war zumindest Kiew auf der Imex präsent. Die Botschaft ist klar: Es wird eine Zeit geben, in der der russische Angriffskrieg beendet sein wird.

Weitere Infos zu der Allianz und ihren Mitgliedern finden Sie unter https://citydestinationsalliance.eu/.

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