WM-Serie Tschechien: Vom Teufelsarsch zur Knochenpyramide

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Ein Fußball schwebt über einem grünen Spielfeld mit einer großen, stilisierten Zahl zwei im Hintergrund.

Ein Fenstersturz, der einen Krieg auslöst, eine Kapelle ist mit Tausenden menschlichen Knochen geschmückt und in einer Stadt entstand ein Bierstil, der die Welt eroberte: Unsere WM-Serie führt dieses Mal nach Tschechien.

Sportlich blickt das Land auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Zweimal, 1934 und 1962, erreichte die damalige Tschechoslowakei das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft, zudem gewann sie 1976 die Europameisterschaft. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko war bereits in der Vorrunde Schluss.

Eishockey als Nationalsport

Erfolgreicher läuft es für Tschechien in einer anderen Sportart. Heute gilt Eishockey als Nationalsport. Die tschechische Nationalmannschaft zählt seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Teams der Welt.

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Eine lächelnde Flugbegleiterin in roter Uniform steht vor einem Freebird-Logo und präsentiert ein Buchungsangebot für Flüge.

Touristen zieht es vor allem in die Hauptstadt Prag. Dort befindet sich mit der Prager Burg eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Europas und Amtssitz des tschechischen Präsidenten. Das Areal erstreckt sich über rund 70.000 Quadratmeter und gilt als größte geschlossene Burganlage der Welt. Es zählt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Besucher-Highlight: das Beinhaus Sedlec

Doch auch abseits der pulsierenden Hauptstadt hält das Land einige Kuriositäten bereit. In Kutna Hora, rund 70 Kilometer östlich von Prag, befindet sich das Sedlec-Ossarium, auch Beinhaus Sedlec genannt.

Es ist im Untergeschoss der Allerheiligenkirche zu finden. Etwa 40.000 menschliche Skelette werden dort aufbewahrt. Die Knochen von etwa 10.000 Menschen wurden künstlerisch verarbeitet, um Dekorationen und Einrichtungsgegenstände für das Kirchengebäude zu formen, zum Beispiel Wandschmuck, Kronleuchter, Knochenpyramiden und Girlanden.

Weltbekannt ist das Land für sein Bier. Die Tschechen gelten seit Jahren als die größten Biertrinker der Welt. Laut dem Global Beer Consumption Report von Kirin Holdings werden pro Kopf und Jahr rund 149 Liter des Gebräus konsumiert. In der Stadt Pilsen entstand 1842 mit dem Pilsner Bierstil eine Brauart, die heute weltweit verbreitet ist. Beim Pils handelt es sich um ein untergäriges Vollbier, das für seinen hohen Hopfengehalt und einen deutlich herben Geschmack bekannt ist. Prost!

Ein Innenraum mit kunstvoll angeordneten menschlichen Skelettteilen, die als Dekoration an der Decke und Wänden hängen, beleuchtet von sanftem Licht.
Gruselig und faszinierend zugleich: die Totenkopf- und Knochengirlanden im Beinhaus Sedlec. Foto: Train_Arrival/iStock

Felsenstadt als Kulisse für Chroniken von Narnia

Wer Tschechien bereist, stößt zudem immer wieder auf besondere Geschichten. Zu diesen zählen die „Prager Fensterstürze“. Mehrfach wurden in Prag im Laufe der Geschichte politische Gegner aus Fenstern geworfen. Besonders bekannt ist die Defenestration von 1618, die als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges gilt.

Naturliebhaber kommen in den Felsenstädten Nordböhmens auf ihre Kosten. Zahlreiche Wanderwege verlaufen zwischen bizarr anmutenden Sandsteinformationen, die bereits als Kulisse für einige Filme dienten. Am bekanntesten ist die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt, die als Kulisse für „Die Chroniken von Narnia“ diente.

Ein Besuch in Böhmisch Kanada

Weitere Felsenstädte sind in der Böhmischen Schweiz, einem Paradies für Wanderer und Outdoorfans, zu finden. Die Böhmische Schweiz ist der tschechische Teil des Elbsandsteingebirges. Highlights sind unter anderem das Präbischtor, die größte natürliche Sandsteinfelsbrücke in Europa, das Felsenlabyrinth Tyssaer Wände und der Hohe Schneeberg, mit 722 Metern der höchste Berg der Böhmischen Schweiz.

Eine besondere Kuriosität ist in Südböhmen zu finden: In Böhmisch Kanada – die Gegend wird von den Städtchen Slavonice, Nova Bystrice und Kunzak begrenzt – liegt der Teufelsarsch, der laut Visit Czechia als berühmteste Felsformation Südböhmens gilt. „Wenn Sie ihn mit eigenen Augen sehen, werden Sie wissen, dass er einfach keinen anderen Namen haben kann“, heißt es auf der Website der Tourismuswerber.

Beliebt bei Kururlaubern

Beliebt ist Tschechien auch bei Kururlaubern. Die wohl bekanntesten Kurorte sind Marienbad, Franzensbad und Karlsbad. Sie bilden das Böhmische Dreieck und sind bekannt für ihre Thermalquellen und Mineralquellen sowie die Karlsbader Trinkkur.

Zahlreiche Inspirationen für einen Besuch in dem kleinen Land hat Visit Czechia auf seiner Website gebündelt.

Wer vorerst keine Zeit findet, nach Tschechien zu reisen, kann sich in Frankfurt am Main inspirieren lassen. Tschechien ist in diesem Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.