Hurrikans und Taifune galten lange als Gefahr für Fernreisen in die Karibik oder nach Asien. Doch nach Einschätzung des neuen „Hurricane Informer 2026“ geraten inzwischen auch Teile Europas und des Mittelmeerraums stärker in den Fokus extremer Wetterlagen. Der Bericht von Safeture und Riskline beschreibt eine Entwicklung, bei der steigende Meerestemperaturen und veränderte Wettermuster dazu führen, dass tropische und außertropische Stürme häufiger außerhalb ihrer bisherigen Entstehungsgebiete spürbar werden.

Ganz vor direkten Hurrikan-Treffern ist Europa demnach zwar weiter weitgehend geschützt. Die Folgen tropischer Sturmsysteme seien aber immer öfter auch hier zu sehen: heftige Regenfälle, Überschwemmungen und zerstörerische Böen. Zugleich nimmt nach Angaben der Autoren die Zahl der sogenannten Medicanes zu, also mediterraner Wirbelstürme. In der Saison 2025/2026 sorgten unter anderem Amy, Benjamin, Goretti und Leonardo in Süd- und Westeuropa für erhebliche Probleme im Straßen- und Bahnverkehr. Nach Sturm Leonardo mussten auf der Iberischen Halbinsel tausende Menschen ihre Häuser verlassen, die Reiseinfrastruktur war teils mehr als eine Woche beeinträchtigt.
Auch fern der Küsten wächst das Risiko
Besonders schwer betroffen bleiben aber die klassischen Sturmregionen. In der Karibik wurden 2025 insgesamt 13 benannte Stürme registriert, darunter fünf Hurrikans und vier schwere Hurrikans; auf Jamaika wurde wegen Hurrikan Melissa zeitweise der Flugverkehr ausgesetzt. In Asien hinterließen mehrere Taifune schwere Schäden: Auf den Philippinen kamen nach den Taifunen Tino und dem Supertaifun Uwan im November 2025 insgesamt 297 Menschen ums Leben. Der Supertaifun Sinlaku erreichte Anfang 2026 Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde.
Für Reisende heißt das vor allem: Wetterextreme sind längst kein Nischenthema mehr. „Extreme Wetterereignisse entwickeln sich zunehmend zu einem globalen Reiserisiko – auch in Regionen, die bislang kaum damit in Verbindung gebracht wurden“, sagt Marcel Brandt von Safeture. Wichtig seien deshalb Vorbereitung, aktuelle Warnhinweise und eine flexible Reiseplanung – nicht nur für Fernreisen, sondern zunehmend auch innerhalb Europas.



