Ryanair ermöglicht kostenlose Sitzplätze für Familien

Gegen Ryanair hatte die britische Wettbewerbsbehörde CMA Ermittlungen eingeleitet – unter anderem zu der Frage, ob der Billigflieger Reservierungsgebühren von Eltern verlangen kann, die zusammen mit ihren Kindern im Flugzeug sitzen möchten. Nun hat die Airline ihre Regelungen geändert: Ab sofort können Familien kostenlos zusammensitzen, müssen möglicherweise aber auf dem Flug Nachteile hinnehmen, teilt das Unternehmen mit.

Bislang musste bei Ryanair mindestens ein Elternteil bei Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren einen kostenpflichtigen Sitzplatz reservieren und konnte mit der Buchung reservierte Sitzplätze für bis zu vier Kinder neben sich auswählen. Die Wettbewerbshüter von der CMA wollten prüfen, ob diese und andere Regelungen der Fluglinie gegen geltendes Verbraucherrecht verstoßen.

Passagiere steigen über eine Treppe in ein Ryanair-Flugzeug ein, während das Flugzeug am Flughafen geparkt ist.
Einsteigen bei Ryanair: Familien müssen nun nicht mehr extra zahlen, wenn sie im Flieger zusammensitzen wollen. Foto: Ryanair

Wohl eher Sitzplätze hinten im Flieger

Nun hat die größte europäische Low-Cost-Airline eingelenkt und ihre Richtlinien denen der meisten Fluggesellschaften in Europa angepasst. Demnach werden Erwachsene mit Kindern, die keinen Sitzplatz reservieren, spätestens nach dem Check-in über ihre kostenfreie Zuweisung informiert. Ryanair weist aber darauf hin, dass diese Familien wahrscheinlich im hinteren Teil der Flugzeugkabine Platz nehmen müssten, da die vorderen Reihen in der Regel reserviert und zuerst ausgebucht seien.

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Eine Flugbegleiterin in Uniform steht in einem Flugzeug und formt mit ihren Händen ein Herz. Der Innenraum des Flugzeugs ist gut sichtbar.

Familien, die ihre Sitzplätze bereits bei der Buchung auswählen und bestimmte Sitze wie Premium-Plätze in den vorderen Reihen sichern möchten, können dies laut Ryanair gegen Zahlung einer Reservierungsgebühr weiterhin tun. Auch dies entspreche der Praxis der meisten anderen Airlines in Europa.

Ryanair-Chef O’Leary schmeckt das gar nicht

Dass Ryanair die Änderung nur auf Druck und zähneknirschend hinnimmt, ist offenkundig. „Diese geringfügige Anpassung der Politik bringt Ryanairs Sitzplatzregelung für Familien in Einklang mit der der meisten anderen EU-Fluggesellschaften und entspricht dem Wunsch europäischer Regulierungsbehörden, Innovation und Fortschritt zu hemmen“, so ein sarkastisches Statement der irischen Fluglinie.

Noch deutlicher wird Konzernchef Michael O’Leary: „Wir werden uns widerwillig an diesen Branchenstandard anpassen, da wir keine Zeit damit verschwenden wollen, fehlgeleiteten Regulierungsbehörden zu erklären, wie stark sie missverstehen, was im besten Interesse der Verbraucher in Großbritannien und Europa liegt.“