
Update, 01. September 2026
Nach den schweren Überschwemmungen im Grand Canyon bleibt der South Rim für Tagesbesucher geöffnet. Während Übernachtungen im Park ausgesetzt sind, prüfen Veranstalter wie America Unlimited und Canusa Touristik betroffene Buchungen und organisieren Alternativen.
Nach den schweren Überschwemmungen im Grand Canyon bleibt die Situation vor allem im Inneren des Canyons angespannt. Besonders betroffen sind der Bright Angel Canyon, die Phantom Ranch und der North Kaibab Trail. Der touristisch wichtige South Rim bleibt dagegen für Tagesbesucher geöffnet. Die bekannten Aussichtspunkte sowie zahlreiche Angebote für Tagesgäste können weiterhin genutzt werden. Allerdings gelten dort aufgrund der beschädigten Wasserversorgung erhebliche Einschränkungen.
South Rim bleibt geöffnet
Wie die Situation aus Sicht der Reiseveranstalter einzuschätzen ist, erläutert Timo Kohlenberg, Amerika-Spezialist bei America Unlimited: „Die Lage im Grand Canyon ist ernst, betrifft aber vor allem den Bright Angel Canyon, die Phantom Ranch und den North Kaibab Trail tief im Inneren des Canyons. Der für uns touristisch wichtigste South Rim mit seinen bekannten Aussichtspunkten bleibt für Besucher geöffnet.“
Kohlenberg zufolge liegen die derzeitigen Einschränkungen vor allem bei Wanderungen in den Canyon, Raftingtouren und Übernachtungen innerhalb des Nationalparks. „Unterkünfte außerhalb des Parks, etwa in Tusayan, sind weiterhin geöffnet“, erklärt der Amerika-Spezialist. America Unlimited prüft nach eigenen Angaben aktuell alle Buchungen und Reiseverläufe. „Nach jetzigem Stand befinden sich keine unserer Gäste im unmittelbar betroffenen Gebiet“, so Kohlenberg.
Reisende werden umgebucht
Auch Tilo Krause-Dünow, Geschäftsführer von Canusa Touristik, verweist auf die geringen Auswirkungen auf das eigene Reiseprogramm. Der Nordamerika-Experte und Spezialreiseveranstalter für USA und Kanada bietet zahlreiche Reisen zum Grand Canyon an, die überwiegend den South Rim besuchen. Bei den wenigen betroffenen Buchungen innerhalb des Nationalparks organisiert Canusa alternative Unterkünfte außerhalb des Parkgebiets. Teilweise seien Reisende bereits vor ihrer Ankunft direkt umgebucht worden.
„Wir verschaffen uns derzeit einen vollständigen Überblick über die betroffenen Buchungen. Unser Serviceteam arbeitet gemeinsam mit unseren Agenturen an passenden Alternativlösungen und informiert die betroffenen Kundinnen und Kunden über die weiteren Schritte“, sagt Krause-Dünow. Insgesamt handele es sich um eine sehr begrenzte Zahl von Buchungen.
Einschränkungen für Tagesbesucher
Für Tagesbesucher bleibt der South Rim nach aktuellem Stand zugänglich. Aussichtspunkte, Wanderwege, Shuttlebusse sowie Geschäfte und Gastronomiebetriebe können weiterhin genutzt werden. Einzelne Angebote können allerdings mit verkürzten Öffnungszeiten betrieben werden. Der Park hat aufgrund der beschädigten Wasserversorgung die höchste Stufe der Wasserbeschränkungen ausgerufen.
Einschränkungen gelten unter anderem für Camping sowie für Dusch- und Waschmöglichkeiten. Auf den zugelassenen Campingplätzen ist derzeit nur Trockencamping möglich. Zudem sind auf der South Rim und im Inneren des Canyons Holz- und Holzkohlefeuer, einschließlich Lagerfeuern und Grillfeuern, verboten. Besucher werden dringend zum Wassersparen aufgefordert.
Gäste müssen Wasser sparen
Wer innerhalb des Parks nicht übernachten kann, findet Ausweichmöglichkeiten in Orten außerhalb des Nationalparkgebiets. Dazu zählen insbesondere Tusayan am Südeingang sowie Williams und Flagstaff, erläutert der Experte.
Darauf verweist auch der National Park Service. Seit dem 31. August sind sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten innerhalb des Parks vorerst geschlossen. Dazu gehören unter anderem El Tovar, Bright Angel Lodge, Maswik Lodge, Phantom Ranch, Yavapai Lodge und Trailer Village. Ein konkretes Datum für die Wiederaufnahme der Übernachtungen nennt der National Park Service derzeit nicht; die Maßnahmen gelten auf absehbare Zeit. Hotels in Tusayan außerhalb des Parks sind von der Schließung nicht betroffen.
Wasserleitung beschädigt
Grund für die Einschränkungen sind die schweren Schäden an der Infrastruktur im Inneren des Canyons. Betroffen ist unter anderem die Transcanyon Waterline, die Wasser aus dem Canyon zur Versorgung des Parks auf die South Rim transportiert. Die Leitung ist derzeit nicht funktionsfähig. Dadurch verfügt der Park nur über begrenzte Wasservorräte und muss den Wasserverbrauch deutlich reduzieren.
Nach den schweren Überschwemmungen im Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona am vergangenen Wochenende wurden nach Angaben der Behörden rund 80 Menschen gerettet. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, eine weitere Person wurde zunächst vermisst. Rund 50 Wanderer wurden nach Angaben der Behörden und lokaler Medien per Hubschrauber aus dem betroffenen Gebiet ausgeflogen.
Bergungsarbeiten abgeschlossen
Die Sturzflut ereignete sich am 29. August im Bereich des Bright Angel Canyon und der Phantom Ranch. Sie zerstörte zahlreiche Brücken und verursachte erhebliche Schäden an Wegen, Versorgungseinrichtungen und weiterer Infrastruktur. Auch der Colorado River wurde vorübergehend für den Bootsverkehr gesperrt, nachdem Metallteile und Trümmer in den Fluss gelangt waren.
Die Bergungsarbeiten für einen 46-jährigen Mann in der Nähe der Crystal Rapids am Colorado River wurden inzwischen abgeschlossen. Die zuständige Gerichtsmedizin ist vor Ort. Weitere Informationen zu dem Fall liegen derzeit nicht vor.
Erstmeldung, 31. August 2026

Eine schwere Sturzflut hat im Grand Canyon in den USA erhebliche Schäden hinterlassen. Die Phantom Ranch und mehrere Wanderwege sind gesperrt. Der National Park Service bittet um Hinweise zu Personen, deren Verbleib noch unklar ist.
Nach einer schweren Sturzflut im Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona laufen weiterhin Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen. Die Flut ereignete sich am 29. August im Bright Angel Canyon im Bereich der bekannten Phantom Ranch.
Wie die Tagesschau berichtet, ist bei der Sturzflut ein Mensch ums Leben gekommen. Die Leiche eines 46-Jährigen wurde demnach nahe der Crystal Rapids am Colorado River geborgen. Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Der National Park Service (NPS) bittet zudem um Hinweise zu 15 Personen, deren Verbleib nach dem Unwetter noch nicht geklärt werden konnte. Ob sie tatsächlich vermisst werden oder sich lediglich an einem anderen Ort aufhalten, ist derzeit nicht bekannt. Die Sturzflut hatte Dutzende Menschen zur Evakuierung gezwungen und große Felsbrocken, Metallteile sowie weitere Trümmer in den Colorado River gespült.
NPS bittet um Hinweise
Der NPS ruft Wanderer, Angehörige und andere Personen mit entsprechenden Informationen dazu auf, sich zu melden. Gesucht werden insbesondere Hinweise zu Menschen, die am Tag der Sturzflut im Inner Canyon entlang des Bright Angel Creek unterwegs waren oder eine Campingreservierung in dem betroffenen Gebiet hatten. Dazu zählen auch Wanderer auf dem North Kaibab Trail, Gäste des Bright Angel Campgrounds sowie Personen, die sich im Bereich „the Box“ nördlich der Phantom Ranch aufhielten.
Wer Angaben zu den betreffenden Personen machen kann, soll sich an die Ermittlungsabteilung des NPS wenden. Hilfreich sind unter anderem Informationen zu Namen, Aufenthaltsort, Reiseplänen, Gruppengröße sowie Kleidung oder Rucksack. Hinweise können auch anonym abgegeben werden.
Sicherheitshinweise für Besucher
Besonders betroffen ist der Bereich rund um Phantom Ranch und den Bright Angel Creek. Die Fluten haben erhebliche Schäden verursacht. Nahezu alle Fußgängerbrücken über den Bright Angel Creek wurden Medienberichten zufolge zerstört, auch Wanderwege sind betroffen.
Phantom Ranch, der Bright Angel Campground, der gesamte North Kaibab Trail sowie die Black und Silver Bridge sind bis auf Weiteres geschlossen. Besucher werden dringend aufgefordert, die gesperrten Bereiche nicht zu betreten.
Der NPS warnt zudem vor weiteren Gewittern und starken Regenfällen, die zusätzliche Sturzfluten und Steinschläge auslösen könnten. Wie lange die betroffenen Wege und Einrichtungen geschlossen bleiben, ist derzeit noch nicht absehbar.



