Thailand: Überschwemmungen und Erdrutsche

Starke Regenfälle sorgen in Thailand für Überschwemmungen, Erdrutsche und Verkehrsbehinderungen. Besonders betroffen sind Zentral- und Ostthailand sowie Bangkok. Das Auswärtige Amt rät Reisenden, überflutete Gebiete zu meiden.

Ein roter Motorroller steht auf einer nassen Straße in einer städtischen Umgebung, während im Hintergrund eine überflutete Fahrbahn zu sehen ist.
Starke Regenfälle haben in Bangkok zu Überschwemmungen geführt. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Bangkok steht nach tagelangen Starkregenfällen teilweise unter Wasser. Die Behörden der thailändischen Hauptstadt haben laut Medienberichten für alle 50 Bezirke den Katastrophenfall ausgerufen. Besonders betroffen sind der Osten Bangkoks und Gebiete entlang der Kanäle.

Seit Donnerstag (24. September 2026) gingen über der Metropolregion nahezu ununterbrochen heftige Regenfälle nieder. Wie die Deutsche Welle berichtet, fielen nach Angaben des Gouverneurs Chadchart Sittipunt rund 300 Liter pro Quadratmeter. Das Entwässerungssystem der Stadt habe die Wassermassen teilweise nicht mehr aufnehmen können. Straßen wurden überflutet, Wasser drang in Häuser und Geschäfte ein. Rund 1.000 Menschen seien in Notunterkünfte gebracht worden.

Für Reisende sind insbesondere die Verkehrsbedingungen problematisch. In mehreren Stadtteilen war ein Durchkommen auf den Straßen zeitweise kaum möglich. Gleichzeitig warnte der Katastrophenschutz vor weiteren Tiefdruckgebieten über Teilen Ost-, Nordost- und Zentralthailands. Dadurch können weitere Sturzfluten und Erdrutsche auftreten.

Lage in Bangkok stabilisiert sich

Am Samstag (26. September 2026) erklärte Bangkoks Gouverneur zwar, die Lage habe sich zunächst stabilisiert. Sollten keine weiteren größeren Regenmengen hinzukommen, könne das Hochwasser innerhalb von zwei bis drei Tagen zurückgehen. Die Behörden versuchen zudem, Wasser über alternative Wege abzuleiten und den Zufluss in die Hauptstadt zu reduzieren.

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Der September gilt in Bangkok als Höhepunkt der Regenzeit. In diesem Jahr fielen zwischen dem 1. und 25. September nach Angaben der städtischen Entwässerungsbehörde rund 487 Millimeter Regen, berichtet die Deutsche Welle. Der langjährige Durchschnitt für diesen Zeitraum liege bei knapp 269 Millimetern.

Auswärtiges Amt: Reisende sollen betroffene Gebiete meiden

Das Auswärtige Amt weist ebenfalls auf die aktuelle Wetterlage hin. Nach den starken Regenfällen in der letzten Septemberwoche sind vor allem in Zentral- und Ostthailand sowie im Großraum Bangkok Überschwemmungen, Erdrutsche und Verkehrsbehinderungen aufgetreten. In Bangkok habe sich die Wetterlage inzwischen etwas entspannt. Auch der thailändische Wetterdienst meldet dort nachlassende Niederschläge.

In anderen Teilen des Landes muss dagegen weiterhin mit kräftigem Regen gerechnet werden. Die Überschwemmungen gehen nur langsam zurück. Für den Fluss Chao Phraya wird der Hochwasserscheitel nach Angaben des Auswärtigen Amts in den ersten Oktobertagen erwartet.

Das Auswärtige Amt rät Reisenden, von Überschwemmungen betroffene Gebiete möglichst zu meiden. Überflutete Straßen und Bereiche sollten aufgrund möglicher starker Strömungen und der Gefahr von Stromschlägen weder zu Fuß betreten noch mit Fahrzeugen befahren werden. Zudem sollten Reisende aktuelle Warnmeldungen verfolgen und die Anweisungen der örtlichen Behörden beachten.

El Niño als möglicher Einflussfaktor

Ob die aktuellen Überschwemmungen in Bangkok mit dem diesjährigen El-Niño-Ereignis zusammenhängen, lässt sich derzeit nicht eindeutig sagen. Der thailändische Wetterdienst führt die Starkregenfälle vor allem auf ein aktives Tiefdruckgebiet, die Monsunrinne und einen verstärkten Südwestmonsun zurück. Gleichzeitig kann El Niño die großräumigen Wetterbedingungen in Südostasien beeinflussen und damit auch das Risiko für Wetterextreme verändern.

Experten sagen eine außergewöhnlich starke El-Niño-Saison voraus. Auch hierzulande beobachten Veranstalter die Entwicklung von El Niño genau, sehen aber bislang keinen Grund zur Beunruhigung.