Booking: Hotelportal im Visier der EU-Behörden

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Eine Übersicht der Marken der Inclusive Collection vor dunkelblauem Hintergrund mit den Logos von Impression, Zoëtry, Hyatt Zilara, Hyatt Ziva und weiteren.

Angebliche Scheinunterkünfte, Identitätsbetrug und Phishing-Vorwürfe: Die EU-Kommission prüft, ob das Hotelportal Booking genug gegen Betrüger unternimmt. Auch die Transparenz bei der Werbung haben die Brüsseler Behörden inzwischen im Visier.

Die moderne Glasfassade des Booking.com-Gebäudes mit dem Firmenlogo, davor ein gepflasterter Vorplatz, eine Person und ein Fahrrad bei Tageslicht im Freien.
Sitz von Booking in Amsterdam: Ein Reisegigant gerät ins Visier der EU-Behörden. Foto: mg

Nach immer neuen Vorwürfen gegen das Reiseportal Booking hat die Europäische Kommission nun Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften aufgenommen. Der Plattform wird unter anderem vorgeworfen, nicht genug gegen Betrüger innerhalb ihres Netzwerks getan zu haben.

Bei den Vorwürfen geht es um gefälschte Unterkunftsangebote, Identitätsbetrug und andere Vorgehensweisen zum Nachteil von Verbrauchern. Konkret will die EU-Kommission prüfen, ob sich das Online-Portal mit Sitz in Amsterdam ausreichend bemüht, regelwidrige Angebote zu entfernen. 

Einige Betrugsfälle öffentlich bekannt

Booking kündigte an, „uneingeschränkt“ mit der Europäischen Kommission zusammenzuarbeiten. Alles andere hätte allerdings auch stark verwundert. Denn viele Fälle sind inzwischen öffentlich bekannt, darunter ein Betrugsfall aus dem August bei einer Hotelbuchung in Rom.

Die Ermittlungen kommen zu einer Zeit, in der die Zahl von Online-Betrugsfällen immer weiter zunimmt. Das gab jüngst offenbar selbst Booking zu. Im Gespräch sei ein Anstieg der Betrugsfälle auf der Plattform um 500 Prozent, heißt es aus dem Umfeld der EU-Kommission. 

Im ersten Halbjahr 2026 gingen den Informationen zufolge 1.072 Betrugsmeldungen ein. Sie führten zu einem Schaden in Höhe von über 80.000 Euro. Dies entspreche einer Verzehnfachung im Vergleich zum Vorjahr, so die EU-Kommission.

Probleme mit Phishing-Atacken

Im Fokus der Ermittlungen stehen auch Phishing-Versuche auf der Plattform. Phishing ist eine der häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Mit ihr versuchen Kriminelle, durch gefälschte E-Mails an sensible Daten wie Passwörter oder Bankinformationen zu gelangen. Phishing kann auch für Unternehmen wie Reisebüros zu Gefahr werden. Wie man sich schützt, lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema „Phishing“.

Schummelei mit bezahlten Angeboten?

Bei den Untersuchungen der EU geht es nun unter anderem um die Frage, wie die Plattform Reservierungs- und Gästedaten an Unterkunftsbetreiber weitergibt und wie das Schreiben von Nachrichten auf der Plattform funktioniert. Insbesondere soll geprüft werden, wie die Sicherheitsvorkehrungen im Detail aussehen.

Weiter auf der Prüfliste steht, wie transparent Booking mit bezahlter Werbung umgeht. Der Vorwurf: Gegen einen Aufpreis würden Suchergebnisse „angepasst“. Werbepartner stünden damit weiter oben, ohne dass dies als Werbung gekennzeichnet werde. 

Reisebüro-Bashing als Boomerang

Bei den Reisebüros setzte sich Booking in diesem Jahr mit einer Anti-Counter-Werbung in die Nesseln. Eine Entschuldigung dafür gab es nie – allerdings erntete das Portal auf Social Media herbe Kritik für das Reisebüro-Bashing. Mancher Reisebüro-Kunde dürfte nun froh sein, die eigene Buchung am Counter platziert zu haben.

Die Brüsseler Behörden betonen, dass die Eröffnung des Verfahrens nichts darüber sage, ob Booking tatsächlich gegen EU-Recht verstoßen habe. Genau das müsse geprüft werden, so EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen.

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