Anax: Haftbefehl gegen Geschäftsführer

Ist mit dem Projekt Wir-sind-reisebuero.de gescheitert: Anax-Manager Axel Burchardt
Ist mit dem Projekt Wir-sind-reisebuero.de gescheitert: Anax-Manager Axel Burchardt. Abbildung: ta

Das Internet-Projekt Wir-sind-Reisebuero.de der Leipziger Anax Media GmbH ist endgültig gestorben: Ende vergangener Woche hat das Landgericht Leipzig die sofortige Verhaftung von Geschäftsführer Axel Burchardt angeordnet. Der Beschluss erfolgt im Rahmen eines Zwangsvollstreckungsverfahrens zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung.

Burchardt wird nach Informationen von touristik aktuell unter anderem Insolvenzverschleppung und grobe Täuschung vorgeworfen. So hätten sich Außendienstler mit hohen Summen in das Projekt einkaufen müssen, ohne dass es dafür Gegenleistungen gegeben habe. Unter anderem besteht laut einer Strafanzeige, die touristik aktuell vorliegt, der Verdacht, dass sämtliche Ankündigungen für Werbekampagnen frei erfunden waren. Insider berichten zudem davon, dass die für das Reisebüro-Portal nötige Software bis heute nicht fertiggestellt wurde und die Rechte dazu nach wie vor nicht bei Anax, sondern bei den Programmierern liegen.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt in dem Fall bereits seit Februar. Burchardt hat die Beschuldigungen bis jetzt stets zurückgewiesen. Fakt ist jedoch, dass trotz aller Beteuerungen das Portal Wir-sind-Reisebuero.de seit knapp zwei Jahren kaum einen Schritt vorangekommen ist. Reisebüros und Außendienstlern ist deshalb dringend davon abzuraten, bei entsprechenden Anfragen Geld zu investieren.

Anax wollte mit dem Portal ­- wie diverse erfolglose Projekte zuvor auch – den Reisebüros Kunden über das Internet vermitteln. Für dieses Konzept sollten möglichst viele stationäre Agenturen als Kooperationspartner gewonnen werden. Für die Registrierung bezahlten die Büros in der Anfangsphase sogar Geld. Später wurden ihnen kostenlose Angebote unterbreitet.