
Die geplante Möglichkeit, Beschäftigten bis zu 1.000 Euro steuerfrei zusätzlich zum Gehalt auszuzahlen, stößt in der Tourismusbranche auf deutliche Kritik. Der Mittelstandsverband ASR hält die Regelung für wenig praxistauglich – vor allem für mittelständische Reiseunternehmen, die nach eigener Darstellung weiterhin unter schwacher Buchungslage und internationalen Krisen leiden.
Aus Sicht des Verbands droht die Maßnahme deshalb an der wirtschaftlichen Realität vieler Betriebe vorbeizugehen. „Was auf den ersten Blick wie eine Entlastung für Beschäftigte wirkt, führt in der Praxis zu neuen Belastungen für viele mittelständische Unternehmen“, so ASR-Präsidentin Anke Budde. Problematisch sei vor allem, dass die politische Ankündigung bei Mitarbeitenden Erwartungen wecke, die viele Arbeitgeber derzeit kaum erfüllen könnten.
Mehr Druck statt echter Entlastung
Der Verband kritisiert, dass Unternehmen durch die Sonderzahlung unter zusätzlichen Zugzwang geraten könnten, obwohl das Geld vielerorts fehle. Statt einer einmaligen steuerfreien Prämie wäre aus Sicht des ASR eine steuerliche Begünstigung regulärer Gehaltsbestandteile sinnvoller gewesen. Dadurch hätten sowohl Beschäftigte als auch Betriebe profitiert, ohne dass neue Sonderlasten entstünden.
Besonders kritisch sieht der Verband zudem, dass Selbstständige erneut nicht berücksichtigt werden. Gerade im touristischen Mittelstand mit vielen inhabergeführten Unternehmen fehle es damit weiter an gezielten Entlastungen. Für die Branche sei die Entscheidung deshalb „weder praxistauglich noch eine spürbare Entlastung“, erklärt Budde.


