
ta fragt Counter-Experten Dirk Kattendick. Der gelernte Reiseverkehrskaufmann ist bereits seit fast 35 Jahren in der Branche und davon über 20 Jahre selbstständig. Er führte über viele Jahre ein Lufthansa City Center und ist seit rund zehn Jahren Eigentümer der Reiseagentur Selected Travel in Schwalbach am Taunus.
Wo würden Sie hinreisen, wenn Geld keine Rolle spielt?
In den langen Jahren meiner Reisebüro-Tätigkeit bin ich schon viel herumgekommen und habe tolle Reisen, gerade im Incentive-Bereich erleben dürfen. Neben Süd- und Mittelamerika hat es mir vor allem Afrika angetan. Gerne würde ich noch die Serengeti in Tansania bereisen und auch den Kilimandscharo besteigen. Aber auch der Song „Ich war noch niemals in New York“ trifft leider bei mir zu …
Was war Ihre schönste Inforeise?
Da fallen mir ganz spontan mehrere Reisen ein, nicht zuletzt, weil sich daraus Freundschaften entwickelt haben, die bis heute anhalten. Neben Peru und Guatemala ist es vor allem eine Reise nach Kenia, die Ernest Hemingway nicht hätte besser beschreiben können. Alleine die Übernachtung im Fairmont Mount Kenya Safari Club, einem der bekanntesten und von unzähligen Stars besuchten Unterkünfte Kenias, bleibt mir unvergessen. Ich könnte stundenlang über das Erlebte schwärmen.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen auf Reisen?
Auch hier bleibe ich in Kenia. In Nairobi haben wir in einem damals bekannten Restaurant viele Wildarten gegessen, die ich sicher nicht probiert hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, was da vom Spieß auf meinem Teller landet – das geschmacklich beste war dabei Giraffe.
Welches Ziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Da komme ich direkt auf meine Lieblingsinsel Guernsey beziehungsweise die Kanalinseln, zu denen auch Jersey, Sark, Herm und Alderney gehören, zu sprechen. Ich kenne Guernsey bereits seit Anfang der 1970er Jahre, habe dort mit fünf Schwimmen gelernt und bis heute gute Freunde auf der Insel – ich liebe Guernsey! Viele wissen nicht einmal, dass die Inselgruppe im Golf von Saint-Malo im Ärmelkanal liegt.
Was darf in Ihrem Reisekoffer nicht fehlen?
Ich mache mir meist erst kurzfristig Gedanken darüber, was ich mitnehme und packe in der Regel auch erst am Abend vor der Abreise. Ich bin da sehr locker, packe nach Gefühl und angepasst an die Gegebenheiten vor Ort beziehungsweise die Art der Reise. Einzig meine Reisepapiere, Karten und Bargeld liegen auf Vollständigkeit überprüft schon Tage vorher bereit. Mein Credo: „Alles andere bekommt man zur Not auch vor Ort.“
Was war Ihre ungewöhnlichste Buchung?
Die Weltreise einer guten Kundin mit der Albatros über Phoenix Reisen zählt mit Sicherheit dazu, denn dies kommt nicht allzu oft vor. Ebenfalls nicht alltäglich war die Buchung einer eigenen Gruppe über Chamäleon Reisen, die neun meiner Kunden zu den Berggorillas nach Uganda führte und ihnen eine unvergessliche Reise bescherte, von der sie heute noch in höchsten Tönen schwärmen.
Wie werden Sie nervige Kunden los?
Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, ich war noch nie genervt. Aber wirklich loswerden wollte ich noch keinen. Auch bei Beschwerden bin ich sehr geduldig und so lange es sachlich bleibt, darf man es ohnehin nicht persönlich nehmen, auch wenn Kunden mal die Stimme erheben.


