QTA lobt den DRSF, sieht aber Verbesserungsbedarf

Nahaufnahme eines Aktenregister-Reiters mit der Beschriftung
Der Insolvenzschutz über den DRSF sollte noch optimiert werden, meint die Reisebüro-Allianz QTA. Foto: Ralf Geithe/iStock

Die Reisebüro-Allianz QTA zieht nach der FTI-Pleite eine positive Bilanz zur Arbeit des Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF). „Das Gesamtbild des Fonds wird sowohl in der Branche als auch bei den Kunden positiv wahrgenommen“, zeigen sich QTA-Sprecher Thomas Bösl, AER-Vorstand und QTA-Allianzpartner Rainer Hageloch, sowie DRV-Vize und QTA-Mitglied Ralf Hieke einig. Sie seien mit der Arbeit grundsätzlich zufrieden, der DRSF sei „wichtig und ein wesentlicher Baustein für die Sicherheit der Branche“, heißt es in einer Mitteilung.

Zugleich blenden die QTA-Vertreter die vielfach geäußerte Kritik insbesondere von Seiten der Reisebüros an der Erstattungspraxis im Fall FTI nicht aus: „Wie bei allen neuen Institutionen besteht jedoch noch Verbesserungsbedarf in den Abläufen.“ Die Abwicklung laufe derzeit noch nicht reibungslos. Das gehe aber nicht nur auf den DRSF zurück, sondern beginne bereits bei der lückenhaften Aufbereitung der benötigten Daten.

„Praxisnahe Lösungen“ gefordert

Insofern sei es „nicht zielführend, die wenigen Fälle, in denen es aufgrund fehlender Daten sowie fehlender Kommunikation von Seiten des DRSF beziehungsweise des Insolvenzverwalters nicht optimal lief, in den Vordergrund zu stellen“, heißt es von der QTA mit Blick auf die Diskussion über noch immer ausstehende Rückzahlungen an die FTI-Kunden. Dazu komme: Die Probleme beträfen ausschließlich Agenturen mit Agenturinkasso, in Deutschland handle es sich nur um eine geringe Zahl von Fällen. Dennoch müsse jeder Einzelfall geprüft und im Sinne des Kunden zügig gelöst werden.

Außerdem fordern Bösl, Hageloch und Hieke für die Zukunft eine praxisnahe Lösung: „Es sollte die Möglichkeit einer weitgehend automatisierten Forderungsabtretung geschaffen werden. Das würde bedeuten, dass der Reiseveranstalter, bei dem die Ersatzreise gebucht wird, die Forderung übernimmt und dann im eigenen Namen beim DRSF geltend macht.“ Für den Kunden entfalle damit die Vorfinanzierung – er werde finanziell entlastet und könne sofort wieder buchen.

Reisebüros müssen vergütet werden

Zudem müsse die Rolle der Reisebüros stärker berücksichtigt werden, die „sehr viel zu einer reibungslosen Abwicklung beigetragen“ hätten. So sei nicht nur eine klare Regelung von Aufgaben wie die Rückholung gestrandeter Kunden, die Betreuung kurzfristig anstehender Abreisen und die Bearbeitung von Nachfragen erforderlich. Es müsse auch der Aufwand und die Mehrarbeit der Reiseverkäufer bezahlt werden. „Wenn Reisebüros Aufgaben übernehmen, können sie diese Zusatzaufgaben verständlicherweise nicht ohne entsprechende Vergütung leisten – das hat nichts mit Provisionen zu tun, sondern betrifft die grundlegende Arbeitsfähigkeit der Büros“, betonen die QTA-Repräsentanten.

Schließlich greifen sie noch einmal Forderungen nach einer Entlastung für Reiseveranstalter auf, die dem DRSF angehören. „Sobald der Fonds ausreichend gefüllt ist, müssen in Abstimmung mit der Politik die Kosten für die Branche sinken. Die Reisepreise sind derzeit teilweise zu hoch und wir müssen darauf achten, nicht Kunden zu verlieren, die sich Urlaub nicht mehr leisten können“, heißt es abschließend. (rie)

Newsletter

Newsletter - Touristik aktuell – Reportagen und Analysen für die Reisebranche

Bildergalerien

Schauinsland-Reisen Partner Jahrestagung im Athena Royal Beach Hotel auf Zypern, 11. bis 14. Dezember

Zukunftsthemen, Workshops, Networking: Rund 250 Touristiker waren zu der Jahrestagung von Schauinsland-Reisen Partner nach Zypern gereist. Impressionen von der spannenden Jahrestagung.

Meistgelesen

Qatar Airways streicht Deutschland-Flüge

Qatar Airways reduziert ihr Flugangebot nach Deutschland ab März 2026 deutlich. Insgesamt neun wöchentliche Verbindungen fallen weg, mit Einschnitten vor allem in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Hintergrund sind Kapazitätsanpassungen und Wartungsarbeiten am Flughafen Doha.

Reiseprofi startet Petition gegen Cashback-Modelle

Ein Reisebüro-Inhaber aus Bergedorf ruft Kollegen zur Unterstützung auf. Nach einer erfolgreichen Branchenpetition nimmt er nun ein weiteres Thema ins Visier – eines, das seiner Meinung nach viele Reisebüros zunehmend unter Druck setzt.

Schauinsland knackt Zwei-Millionen-Marke

Schauinsland-Reisen erreichte 2024/2025 erstmals über zwei Millionen Kunden und steigerte den Umsatz um 11,5 Prozent. Wachstumstreiber waren Thailand, die Malediven und weitere Zielgebiete. Neue Kundensegmente und Synergien entstehen durch die Integration von Explorer.

Bistro Portal: Reiseexpertin startet Petition

Die geplante Abschaltung der Funktion „Nur Hotel“ im Bistro Portal sorgt für großen Unmut in Reisebüros. Eine Münchner Reiseexpertin startete eine Petition, die bereits über 1.300 Unterstützer hat – viele fürchten deutliche Nachteile durch die neue Maske „Hotels & Mehr“.

Mietwagen: Starcar steht vor dem Aus

Der Autovermieter Starcar steht vor der Abwicklung, da bislang kein Investor gefunden wurde. Etwa 600 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Trotz Insolvenz läuft der Betrieb an den Standorten vorerst weiter, jedoch sind Einschränkungen ab Januar 2026 geplant.

Risk Map 2026: Wo Reisen besonders gefährlich ist

Safeture und Riskline haben ihre neue Risk Map 2026...
×