Jede zweite Online-Reisebuchung wird laut einer Umfrage wegen digitaler Hürden abgebrochen. Besonders betroffen sind junge Nutzer zwischen 18 und 29 Jahren. Häufigste Abbruchgründe sind nicht funktionierende Bezahlvorgänge und unübersichtliche Seitenstrukturen.

Rund 52 Prozent der Verbraucher in Deutschland brechen eine Online-Buchung für Unterkunft, Flug oder Bahnreise ab, weil die jeweilige Website oder App schwer bedienbar oder unverständlich ist. Das geht aus dem aktuellen „Travel Check“ hervor, für den das Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag des Barrierefreiheits-Dienstleisters Accessiway 2.500 Konsumenten repräsentativ befragt hat.
Besonders auffällig: Unter den 18- bis 29-Jährigen scheitern laut der Umfrage sogar 69 Prozent an digitalen Barrieren bei der Reisebuchung. Für Reiseanbieter können die Abbrüche nach Einschätzung von Accessiway direkte wirtschaftliche Einbußen bedeuten. Hinzu kommt die rechtliche Dimension: Das seit Juni 2025 geltende Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet Unternehmen, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis zu 100.000 Euro.
Bezahlvorgänge und Seitenstruktur als häufigste Abbruchgründe
Nicht funktionierende Bezahlvorgänge (48,1 Prozent) und eine unübersichtliche Struktur der Reise-Website (46,2 Prozent) sind laut der Umfrage die größten Hürden. Schwer nutzbare Buchungselemente wie Datumsauswahlfelder (36,5 Prozent), schwer schließbare Werbung und Pop-ups (34,6 Prozent) sowie Probleme beim CAPTCHA- oder Sicherheits-Check (26,9 Prozent) führen ebenfalls regelmäßig zum Abbruch.
Welche Barriere am stärksten ins Gewicht fällt, unterscheidet sich je nach Altersgruppe: Bei den 18- bis 29-Jährigen benennen 36,2 Prozent die fehlende mobile Bedienbarkeit als Abbruchgrund, bei den 30- bis 39-Jährigen stört vor allem die Seitenstruktur (57,1 Prozent), und bei den 40- bis 49-Jährigen dominieren Bezahlprobleme (66,7 Prozent).
Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: Schwer bedienbare Auswahlfelder oder Formulare nennen 40,7 Prozent der Frauen als Abbruchgrund, bei den Männern sind es 31,4 Prozent. Insgesamt berichten Frauen (54 Prozent) häufiger als Männer (51 Prozent) von Problemen auf Reise-Websites.
Eine andere Umfrage lässt ebenfalls aufhorchen: Konkret geht es um eine Cashback-Umfrage, die zeigt, wie dramatisch die Lage ist.


